Jeder Badegast kriegt 30 Liter frisches Wasser

Jeder Badegast kriegt 30 Liter frisches Wasser

Sulzbach. Für den Laien ist es ein Wirrwarr von Rohren, Leitungen, Pumpen und Filtern. Da Be-, dort Entlüftungsrohre. Hier fließt Reinwasser, direkt neben dran rauscht Spülwasser durch. Die Leitungen daneben sind mit "Schlammwasser" beschriftet. Wo das Auge hinschaut: Absperr-Räder und Hebel. Alles funktioniert automatisch

Sulzbach. Für den Laien ist es ein Wirrwarr von Rohren, Leitungen, Pumpen und Filtern. Da Be-, dort Entlüftungsrohre. Hier fließt Reinwasser, direkt neben dran rauscht Spülwasser durch. Die Leitungen daneben sind mit "Schlammwasser" beschriftet. Wo das Auge hinschaut: Absperr-Räder und Hebel. Alles funktioniert automatisch. Hinter dem scheinbaren Wirrwarr steckt ein ausgeklügeltes System. Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern ist die komplette Technik des Vopeliusbades untergebracht. Alles befindet sich direkt unter der Schwimmhalle.

In dem riesigen Raum ist es warm - mehr als 30 Grad. Dagegen herrschen in dem kleinen schmalen Raum, der die Steuerung der Anlage beherbergt - Dieter Heckmann spricht vom "Gehirn" - kühle Temperaturen. Heckmann ist Prokurist der Sulzbacher Kommunalen Dienstleistungsgesellschaft KDI. Sie betreibt das Hallenbad. Heckmann ist für die Einrichtung verantwortlich. Das war er schon, als das Bad noch den Stadtwerken gehörte. Heckmann kennt das Bad und seine Technik wie kein Zweiter. Unaufhörlich brummt die riesige Lüftungsanlage. Ständig wird "alte" Luft abgesaugt und frische Luft zugeführt. Es gibt drei Kreisläufe: einen für die Schwimmhalle, für die Umkleidekabinen und Duschen sowie für die Vorhalle. Alles läuft automatisch, wird von der Leittechnik überwacht - von der Temperatur des Wassers, der Temperatur in der Schwimmhalle bis zum Chloranteil, der dem Badewasser zugesetzt werden muss.

"Ist irgendwo in dem Kreislauf eine Störung, so bekommen wir automatisch eine Meldung", sagt Heckmann. Überwacht wird natürlich auch die Wasseraufbereitung. "In den vergangenen vier Jahren haben wir in die Erneuerung der Technik und der Wasseraufbereitung rund eine Million Euro gesteckt", sagt der KDI-Prokurist und zeigt auf drei große, jeweils etwa acht Kubikmeter fassende Behälter. Im ersten ist ein Kiesfilter, der zweite ist ein so genannter Ausgasbehälter und im dritten befindet sich ein Aktivkohlefilter. Ständig durchläuft das Wasser diesen Kreislauf. Das Beckenwasser kommt erst in einen Faserfänger. Dort werden grobe Stoffe, auch Halskettchen oder Ringe, die Badegäste im Wasser verloren haben, aufgefangen. Zwei Pumpen befördern das Wasser dann durch die Filteranlage, bevor es wieder ins Becken gelangt. Für jeden Badegast, der ins 32 Grad warme Wasser hüpft, werden etwa 30 Liter Frischwasser zugeführt. Zwei Blochheizkraftwerke, betrieben mit Erdgas und einer Leistung von 662 Kilowatt, decken den kompletten Wärmebedarf des ganzen Komplexes, bestehend aus Bad, Sauna, Bistro und Sporthalle ab.

Hintergrund

Die Technik im Vopeliusbad am Quierschieder Weg läuft reibungslos. Probleme gibt es zurzeit allerdings mit dem Flachdach. Es ist undicht. Kurz vor Weihnachten drang Wasser durch die Lichtkuppeln in den Umkleidebereich ein. Die KDI musste das Bad schließen. In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr war es zu. Die Schäden wurden provisorisch behoben. Seit Dienstag ist das Hallenbad wieder auf.

Nach Angaben von Dieter Heckmann soll im Sommer in einem ersten Schritt das Dach im Bereich des Eingangs, der Umkleidekabinen und des Bistros saniert werden. Kosten: etwa 140 000 Euro. Im nächsten Schritt soll die Dämmung der Außenfassade und der Einbau neuer Fenster angegangen werden. ll

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