Jamaika in Saarlouis macht wohl weiter

Jamaika in Saarlouis macht wohl weiter

Saarlouis. Rhythmisch beklatscht wie ein Sieger erschien gestern Abend Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP), ganz wie angekündigt, beim Neujahrsempfang der Saarlouiser FDP. Stellte sich ans Mikro und begann als "Ex-Wirtschaftsminister in Lauerstellung"

Saarlouis. Rhythmisch beklatscht wie ein Sieger erschien gestern Abend Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP), ganz wie angekündigt, beim Neujahrsempfang der Saarlouiser FDP. Stellte sich ans Mikro und begann als "Ex-Wirtschaftsminister in Lauerstellung". Sieben Stunden zuvor hatte er nach eigenem Bekunden von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer am Telefon erfahren: Die Jamaika-Landesregierung ist beendet. "Es wurde länger darüber geredet, nur der Zeitpunkt hat uns überrascht", sagt Sebastian Greiber, Vize-Vorsitzender der FDP im Kreis und im Land. Andere hier sehen es genauso.Jetzt, bei der FDP von Wolfgang Krichel in Saarlouis, laufen Georg Jungmann (CDU) und Gabriel Mahren (Grüne) ein, um Solidarität für das Jamaika-Bündnis im Saarlouiser Rat zu demonstrieren. "Es geht weiter", sagt Jungmann. Mahren: "Ich kann nicht für die Parteigremien sprechen, aber die Stimmung ist nicht nach einem Wechsel." In Saarlouis kommt rechnerisch nur eine große Koalition als Alternative in Frage. Jamaika stand hier vor Jamaika in Saarbrücken fest, wurde aber erst danach verkündet. Krichel, FDP-Fraktionschef im Rat: "Alles wird gut."

Hartmann: Wie befreit, aber er verbirgt seine Enttäuschung nicht. Darüber, dass die Ministerpräsidentin kurz vor dem Ende der Personalquerelen Jamaika aufgegeben habe. Nachdem er schweren Herzens bereit gewesen sei, das Ministerium gegen den Fraktionsvorsitz zu tauschen. Und enttäuscht, wie "die eigenen Leute, nicht etwa SPD und Linke, über eigene Leute hergefallen sind." Mangelnde Solidarität, "ein Kardinalfehler", die FDP habe die Fehler selbst gemacht. Damit meint Hartmann zum Beispiel den Umgang mit Christoph Kühn, Vorsitzender im Kreis Saarlouis, der Fraktionschef im Landtag werden sollte. Dann aber wegen eines Dienstwagens stolperte. Hartmann: "Kühn handelte nach bestem Wissen und Gewissen, hat einen Fehler gemacht und ihn eingeräumt." Und: "Da war keine Solidarität mit den eigenen Leuten."

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