"Jagd dient dem Naturschutz"

"Jagd dient dem Naturschutz"

Niederlinxweiler. Das neue Jagdgesetz war beherrschendes Thema bei der St. Wendeler Kreisgruppe der saarländischen Jäger. Während der Mitgliederversammlung in Niederlinxweiler ging auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) auf das umstrittene Gesetz ein. Bisher hatte es vonseiten der Jäger massiven Widerspruch an dem von der Jamaika-Koalition vorgelegten Gesetzentwurf gehagelt

Niederlinxweiler. Das neue Jagdgesetz war beherrschendes Thema bei der St. Wendeler Kreisgruppe der saarländischen Jäger. Während der Mitgliederversammlung in Niederlinxweiler ging auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) auf das umstrittene Gesetz ein. Bisher hatte es vonseiten der Jäger massiven Widerspruch an dem von der Jamaika-Koalition vorgelegten Gesetzentwurf gehagelt. So sah der ursprüngliche Entwurf unter anderem vor, Schutzgebiete auszuweiten, das Waffenrecht zu verschärfen und die Verwertung des Wildes mit strengeren Auflagen zu belegen. Viele Einschränkungen, die Jagd unattraktiv machten - lautete die Kritik der Jäger.Nach Recktenwalds Angaben liege jetzt ein neuer Entwurf vor, der auch für die Jäger einen tragbaren Kompromiss darstelle. Noch stehe aber die öffentliche Anhörung aus. Doch: "Ich kann Ihnen schon heute einige positive Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Planung mitteilen."

Keine zusätzlichen Verbote

Laut Recktenwald wurden die Einwände der Jäger gehört. "Es bleibt dabei, dass die Regulierung des Wildbestandes ein vernünftiger Grund für die Jagd ist. Ich denke, damit bleibt die Grundphilosophie erhalten", betonte der Landrat. Unter anderem sei die Kirrung - das Anfüttern von Schwarzwild mit Obst und Getreide - weiterhin erlaubt. Argumente der Jäger: Diese Methode erlaube einen sicheren Schuss und erfülle damit besonders die Forderung nach der "Effektivität", "Praktikabilität" und der "Tierschutzgerechtigkeit" von Jagdmethoden.

Der Landrat stellte fest: "Wer die Eigenverantwortung der Jäger fördern will, darf sie nicht mit zusätzlichen Verboten einschränken." Auch durch die Arbeit des Landkreises, der die Forderungen der Jäger unterstützte, sei nun ein Kompromiss gefunden. "Der Landkreis war nicht untätig in dem Bemühen, einen Beitrag zum Erhalt unserer bewährten dörflichen Jagdkultur zu leisten", argumentierte der Politiker. Denn die Jagd leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft im St. Wendeler Landkreis. "Sie dient unter anderem der nachhaltigen Landnutzung, der Artenregulierung, der Schadensregulierung und der Vermeidung von Tierseuchen", sagte Recktenwald.

Damit verwies der Landrat auch auf die Bedeutung der Jäger für den Naturschutz. "Die Leistung für den Naturschutz gilt es, an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich anzuerkennen. Die Arbeit der Naturschutzverbände ist sinnvoll und anerkennenswert, aber eben nicht die einzige, die zum Schutz und Erhalt der Natur stattfindet."

Auf einen Blick

Zahlen über das geschossene Wild wurden von den Jägern in Niederlinxweiler vorgelegt. 1568 Stück Rehwild sind getötet worden, 282 davon im Straßenverkehr. Zudem wurden 1220 Stück Schwarzwild, 98 Stück Rotwild, 354 Stück Damwild und 882 Füchse zur Strecke gebracht. Damwild erlegten die Jäger damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Folgende Mitglieder der St. Wendeler Kreisgruppe wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt: 25 Jahre: Walter Cullmann (St. Wendel), Hans-Herbert Feller (St. Wendel), Jürgen Müller (St. Wendel), Paul Hornberger (Nohfelden), Wolfgang Wahl (Freisen), Gerhard Nackas (Tholey), Matthias Uhrhahn (Marpingen). 40 Jahre: Werner Feldkamp (St. Wendel), Friedrich Scheid (Tholey), Arthur Friedrich (Namborn), Michael Schneider (Marpingen) Hans-Jürgen Born (Marpingen). 50 Jahre: Heinz-Dieter Biehl (St. Wendel), Eckart Henn (Nohfelden), Adelheid Thiermann (Nohfelden), Hermann Kräghan (Tholey), Franz Grim (Marpingen), 60 Jahre: Herbert Kunz (Marpingen). 65 Jahre: Valentin Schmitt (Nonnweiler). Die Bläsertreuenadel in Bronze erhielten: Reinhard Junker (Scheuern) und Volker Scheid (Thalexweiler). vsc