1. Saarland

Jagd auf Kanadagänse endgültig vorbei

Jagd auf Kanadagänse endgültig vorbei

St. Wendel/Saarbrücken. Die Jagdsaison für die Kanadagänse am Bostalsee ist ohne einen einzigen Schuss zu Ende gegangen. Wie der Landkreis St. Wendel bestätigte, wurde auch bis zum Ende der Jagdzeit am 15. Januar kein Auftrag zum Abschuss der Vögel erteilt. "Es ist bisher nichts passiert. Nun ist die Schonzeit wieder in Kraft", sagte eine Sprecherin des Kreises

St. Wendel/Saarbrücken. Die Jagdsaison für die Kanadagänse am Bostalsee ist ohne einen einzigen Schuss zu Ende gegangen. Wie der Landkreis St. Wendel bestätigte, wurde auch bis zum Ende der Jagdzeit am 15. Januar kein Auftrag zum Abschuss der Vögel erteilt. "Es ist bisher nichts passiert. Nun ist die Schonzeit wieder in Kraft", sagte eine Sprecherin des Kreises. Kanadagänse sind ursprünglich in Nordamerika beheimatet und in Europa eine zugereiste Art.Die Gänse am Bostalsee hatten im vergangenen Sommer für Ärger im Strandbad gesorgt, wo sie mit ihrem Kot die Liegewiese verunreinigten. Zudem war ihre Zahl nach Angaben eines Vogelkundlers bis zum Sommer auf 80 bis 100 Tiere angewachsen. Deshalb hatte der Kreistag St. Wendel beschlossen, zehn Tiere fangen und anschließend töten zu lassen. Nach Protesten von Tierschützern und einer Intervention des Umweltministeriums hatte der Kreis zunächst das Verfahren hin zu einem gezielten Abschuss von zehn Tieren durch einen Jäger geändert. Gleichzeitig sicherte der Kreis zu, erst weitere Vertreibungsmaßnahmen zu ergreifen. So wurde in der Nähe eine Ausgleichsfläche geschaffen für die Gänse, die niedriges Gras bevorzugen. Für den kommenden Sommer wird erwogen, das Strandbad mit einem winzigen Zaun vom Wasser abzutrennen, denn die Tiere laufen stets vom Wasser aus auf das Gras. "Wir werden sehen, wie sich die Gänse im Laufe des Jahres verhalten, also ob sie auf ihrer Fläche bleiben, ins Strandbad zurückkehren oder sich vielleicht sogar einen ganz anderen Platz suchen", sagte die Sprecherin.

Die Tierschutzverbände im Saarland bewerten das Überleben aller Gänse als Erfolg. Ohne ihren Protest wäre der Vogelbestand jetzt wohl dezimiert, meint Rolf Borkenhagen, Vorsitzender des Vereins Menschen für Tierrechte Saar. Er setzt darauf, dass der Kreis weiterhin zuerst auf Vertreibungsmaßnahmen zurückgreift. "Allerdings kann es sein, dass sich die Lage durch die politischen Entwicklungen noch einmal verändert", sagt Borkenhagen. Das noch grüne Umweltministerium begrüßte das Vorgehen des Kreises. "Dieses Beispiel zeigt, dass man nicht alle Probleme in der Tierwelt mit Pulver und Blei lösen kann", sagte Staatssekretär Klaus Borger. uo