1. Saarland

Jäger wollen Jagdsteuer kippen

Jäger wollen Jagdsteuer kippen

Wadern. In den Fokus ihres Interesses haben die Weidmänner die Jagdsteuer gerückt. Jene 20 Prozent des Jagdpachtzinses, den die Jagdpächter bis 2007 brav an das Saarland und seit 2008 an die Landkreise überwiesen haben. Im Landkreis Merzig-Wadern sind das im Durchschnitt 470 Euro pro Jagdrevier, die jährlich von den Jagdpächtern aufgebracht werden müssen

Wadern. In den Fokus ihres Interesses haben die Weidmänner die Jagdsteuer gerückt. Jene 20 Prozent des Jagdpachtzinses, den die Jagdpächter bis 2007 brav an das Saarland und seit 2008 an die Landkreise überwiesen haben. Im Landkreis Merzig-Wadern sind das im Durchschnitt 470 Euro pro Jagdrevier, die jährlich von den Jagdpächtern aufgebracht werden müssen. Damit soll es, so Kreisjägermeister Armin Birk, spätestens nach den Kommunal- und Landtagswahlen in diesem Jahr vorbei sein. Der oberste Weidmann im Kreis wird am vergangenen Samstag deutlich: "Wir Jäger werden bei der Jagdsteuer keine Kompromisse mehr eingehen. Die Steuer muss weg." Beispielhaft voran gehen im Saarland in dieser Frage der Landkreis St. Wendel und der Regionalverband Saarbrücken. Dort müssen die Jagdpächter ab dem 1. April keine Jagdsteuer mehr entrichten. Dieser Regelung wird sich, führt Armin Birk weiter aus, der Landkreis Neunkirchen mit aller Wahrscheinlichkeit anschließen. Bleiben also noch der Saar-Pfalz-Kreis und eben auch Merzig-Wadern. Hier bleibt auch ab dem nächsten Monat alles beim Alten. Vom Wegfall also keine Spur, meint Armin Birk und erinnert den anwesenden CDU-Kreischef Jürgen Schreier an das vor den letzten Wahlen gemachte Versprechen, die Jagdsteuer abzuschaffen. Schreier seinerseits verweist in seiner Argumentation, durch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich verbal unterstützt, darauf, dass der Kreis auf die rund 100 000 Euro Jagdsteuer in Krisenzeiten nicht verzichten könne. Das gemachte Abschaffungsversprechen spiegele auch nicht die Mehrheit innerhalb der Landtagsfraktion wider und sei lediglich die Ansicht einzelner Abgeordneter gewesen. In einem Gesamt-Kreishaushalt von rund 60 Millionen Euro nehmen die 100 000 Euro Jagdsteuererträge nur einen verschwindend kleinen Teil ein. Nicht zu vergessen die 500 000 Euro Jagdpacht, die in Merzig-Wadern für die 100 Reviere pro Jahr gezahlt werden. Geld, das den Kommunen wieder zugute kommt, rechnet Armin Birk vor.Thema im Wahlkampf Der bevorstehende Wahlkampf lässt also grüßen. Armin Birk weiß, dass seine Jäger von der Politik ernst genommen werden müssen. Auf die Wahlstimmen der rund 3500 organisierten Weidmänner im Saarland verzichtet man nicht gerne. Das wissen auch Anke Rehlinger (SPD) und Christoph Hartmann (FDP), die an diesem Nachmittag ebenfalls in Wadern vor Ort sind und den direkten Schlagabtausch mit dem politischen Gegner suchen. Während die sozialdemokratische Landtagsabgeordnete ein alternatives Finanzierungsinstrument als Ersatz für die Jagdsteuer für notwendig hält, verspricht der FDP-Landeschef, selbst ein passionierter Jägersmann, als eine der ersten Amtshandlungen einer gewählten FDP-Fraktion im Kreistag den Antrag auf Abschaffung der Jagdsteuer. Spricht es und ist sich des Beifalls der Jägerschaft sicher. Kreisjägermeister Armin Birk ist wie die meisten seiner Jägerkameraden von der Politik enttäuscht. Birk berichtet, dass ihm die beiden großen Kreistagsparteien zugesagt hätten, das Thema Jagdsteuer in die Haushaltsberatungen einzubringen. Aber: "Nichts ist passiert." Er habe die Erfahrung gemacht, zieht der Kreisjägermeister ein Fazit, dass die Jäger nicht ernst genommen worden sind. "Wir werden künftig dafür sorgen, dass sich das ändert."