Jäger schießen gegen neues Gesetz

Jäger schießen gegen neues Gesetz

Saarbrücken. Nach einem Entwurf des Umweltministeriums für ein neues Jagdgesetz soll die Liste der Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, deutlich verringert werden

Saarbrücken. Nach einem Entwurf des Umweltministeriums für ein neues Jagdgesetz soll die Liste der Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, deutlich verringert werden. Wie aus dem unserer Zeitung vorliegenden Entwurf hervorgeht, soll beispielsweise für Wildkatzen, Iltis, Hermelin, Luchs und Wiesel, die bisher nach dem Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht unterliegen, künftig das Naturschutzrecht gelten. Begründet wird dies damit, dass diese Tierarten selten oder nicht nutzbar seien.Der Verband der Jäger des Saarlandes (VJS) äußerte sich auf SZ-Anfrage kritisch zu diesen Plänen. Nach Angaben von VJS-Chef Andreas Schober sind die genannten Tierarten weder selten noch nicht nutzbar. Es fehle eine objektive Begründung dafür, diese Tierarten nicht mehr dem Jagdrecht zu unterstellen. Er verwies darauf, dass Wildkatzen und Luchse auch nach dem Jagdrecht nicht gejagt werden dürften. Ferner biete das Jagdrecht heimischen Tierarten oft einen besseren Schutz als das Naturschutzgesetz. So habe der Jäger nach dem Jagdgesetz die Verpflichtung, jenen Wildarten, die dem Jagdrecht unterliegen, aktiv zu helfen, beispielsweise sie in Notzeiten zu füttern. Diese Verpflichtung kenne das Naturschutzgesetz nicht. Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, dass Raubwild wie der Fuchs künftig nicht mehr in seinem Bau von Jagdhunden gejagt werden darf. Zur Begründung heißt es darin, bei der gezielten Baujagd bestehe für die beteiligten Tiere eine "erhebliche Verletzungsgefahr". Dies sei "heutzutage nicht mehr zu rechtfertigen". Hinzu komme, dass die Baujagd eine Ausbildung von Hunden an lebenden Tieren in einem unterirdischen Stollensystem voraussetze, die künftig aus Tierschutzgründen ebenfalls nicht mehr zulässig sein soll. Durch die Baujagd sei zudem das Risiko, dass sich Eier des kleinen Fuchsbandwurms am Hund anhaften, sehr hoch. Damit sei das Risiko einer Infektion des Jägers und seiner Angehörigen "überproportional hoch", heißt es im Entwurf.

Schober indes sagte, von einer besonderen Infektionsgefahr für Hund und Jäger könne keine Rede sein. Er betonte, dass bei der Ausbildung der Hunde in unterirdischen Stollensystemen zahme Füchse eingesetzt würden, die wüssten, dass sie durch ein Gitter vor dem Hund geschützt seien.

Des weiteren sieht der Entwurf aus dem Umweltressort vor, dass es für Rehwild künftig keinen Abschussplan mehr geben soll. Allerdings könnte die oberste Jagdbehörde dem Entwurf zufolge Mindest- und Höchstabschüsse festsetzen, "wenn die Jagdausübungsberechtigten die Vorgaben nicht erfüllen". Schober wandte sich dagegen, der Behörde diese Befugnis einzuräumen, da sie sich so in eine zivilrechtliche Vereinbarung zwischen Verpächter und Jagdpächter einmischen würde. Dies, so Schober, wäre nur bei Gefahr im Verzug möglich, etwa bei Krankheiten oder im Fall von Wildseuchen.