1. Saarland

Ja, wo laufen sie denn?

Ja, wo laufen sie denn?

So etwas hatte es in der 27-jährigen Geschichte des Volkslaufs des SV Noswendel noch nicht gegeben: Ausgerechnet die schnellsten Läufer auf der Zehn-Kilometer-Strecke wurden im Wald falsch geleitet.

Noswendel. "Wir können das nur bedauern und uns dafür entschuldigen. Wir hoffen dennoch auf ihr Wiederkommen im nächsten Jahr", versuchte Joachim Salina, Vorstandssprecher des SV Noswendel, bei der Siegerehrung des 27. Deko-Volkslaufes die Läufer des Zehn-Kilometer-Laufs zu trösten.

Drei Kilometer Umweg

Was war passiert? Offenbar war ein Streckenposten nicht dort, wo er hingehört - nämlich auf seinem Posten. Die rund 20 Läufer der Führungsgruppe kamen im Wald jedenfalls von der Strecke ab und mussten so etwa drei Kilometer mehr laufen. Nachfolgenden Läufern passierte dieses Dilemma nicht, sie hatten daher die Führungsgruppe überholt und kamen entsprechend früher ins Ziel. Was zu dem Kuriosum führte, dass die Sieger mit rund 44 Minuten gestoppt wurden. Eine Zeit, die von guten Läufern um etliche Minuten unterboten wird.

Im Zielbereich hatte sich unter den Laufkundigen schon Nervosität breitgemacht. Man wartete auf die ersten Läufer, die in der Regel bislang um die 35 Minuten für diese Strecke benötigten. "Die sind wohl alle die Halbmarathonstrecke gelaufen", vermuteten einige Zuschauer. Auch die Verantwortlichen des SV Noswendel beschlich ein mulmiges Gefühl. "In 26 Jahren Deko-Volkslauf hatten wir keine Probleme, alles lief immer glatt", sagt Salina. "Wir werden den Zehn-Kilometerlauf annullieren", so der Beschluss des Veranstalters am Ende. Auf Wunsch erhielten die Läuferinnen und Läufer ihr Stargeld zurück. "Dumm gelaufen", so ein Zuschauer-Kommentar.

Beim Halbmarathon dagegen war alles bestens. Nur ausgerechnet nicht für den Sieger Ramon Bernadon von den LTF Marpingen. "Um sechs Sekunden habe ich die Bestzeit verpasst", ärgerte er sich nach dem Zieleinlauf. Für ihn wurden 1:14:57 gestoppt. "In den beiden Vorjahren war ich jeweils Zweiter, von daher habe ich dieses Mal gleich von Anfang an richtig Gas gegeben und mir einen ordentlichen Vorsprung rausgelaufen", erzählte er.

Den zweiten Platz belegte Benjamin Irsch von der LSG Schmelz-Hüttersdorf. Er kam mit 1:18:28 dreieinhalb Minuten später ins Ziel. "Dennoch bin ich sechs Minuten schneller gelaufen als im Vorjahr", sagte der 29-Jährige, der eigentlich Radfahrer ist und sich derzeit auf die im Oktober beginnende Cross-Saison mit dem Mountainbike vorbereitet. Als Dritter lief Manfred Komenda vom TV Lebach mit 1:19:17 über die Ziellinie. eb