1. Saarland

Investorin kämpft um ihr Projekt

Investorin kämpft um ihr Projekt

Den Anwohnern in Alt-Saarbrücken ist das Haus, das Roswitha Fischer bauen will, zu hoch. Sie sagt: Das städtische Grundstück ist so teuer, dass sich ein niedrigerer Bau an dieser Stelle nicht rechnen würde.

Eigentlich wolle sie etwas Gutes, sagt Roswitha Fischer: Die Chefin von "Wohnen mittendrin" will ein Haus bauen, in dem mehrere Generationen leben können. Ein Haus, in dem Menschen alt werden können - "selbstbestimmt, nicht versorgt und verwaltet". "Gute nachbarschaftliche Beziehung pflegen" sollen die Menschen, die in diesem Haus wohnen. Und genau das ist es, was sie ,"zurzeit sehr enttäuscht", sagt Roswitha Fischer: Die potenziellen Nachbarn haben eine Bürgerinitiative gegründet, weil sie verhindern wollen, dass Roswitha Fischer dieses Haus baut (die SZ berichtete).

Die Bürgerinitiative " Natur im Wittum" ist nicht generell dagegen, dass die freie Fläche in ihrem Wohnviertel im unteren Alt-Saarbrücken bebaut wird. Aber dass das von Fischer geplante Mehrgenerationenhaus vier Stockwerke hoch werden soll, ist den Anwohnern zu viel.

Als sich Fischer 2011 bei der Stadt gemeldet hat, weil die Investoren für die Fläche "Im Wittum" suchte, dachte sie, "dass das zügig vorangeht". Die Stadt hatte ein Gelände, das perfekt schien für Fischers Idee: ruhige Lage, dennoch nah an der Innenstadt.

Tiefgarage geplant

Es soll eine Tiefgarage geben, damit nicht so viele Autos im Viertel stehen. Mit den Bewohnern soll über Car-Sharing, also über das gemeinsame Nutzen von Autos gesprochen werden, sagt Fischer. Und man halte ja auch 32 Meter Abstand zu den Nachbarn.

Was die Höhe des Gebäudes angeht, sei aber leider keine andere Planung möglich. Das Grundstück gehört größtenteils der Stadt, sagt Fischer. "Das Problem ist, dass das Grundstück seinen Preis hat", erklärt sie. Verzichte sie auf ein Stockwerk, steigen automatisch die Preise für die Wohnungen in den anderen Stockwerken. "Da kämen Preise raus, wie sie auf dem Rotenbühl gezahlt werden", sagt Fischer. Das übersteige die Möglichkeiten der Menschen, die an den Wohnungen in Alt-Saarbrücken interessiert sind.

Das vierte Stockwerk müsse als aus einem "rein wirtschaftlichen Grund" gebaut werden, räumt Fischer ein. Verkaufe die Stadt das Grundstück günstiger, dann könne womöglich auf ein Stockwerk verzichtet werden. Sie will für ihr Projekt kämpfen und hofft, dass der Stadtrat nach der Sommerpause in ihrem Sinn entscheidet.

Dass die SPD-Stadtratsfraktion sich für Fischers Pläne ausgesprochen hat, will die Bürgerinitiative nun weiter mobilisieren. 206 Unterschriften hat sie bisher gesammelt.