1. Saarland

Internist soll mit Drogen gehandelt haben

Internist soll mit Drogen gehandelt haben

Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 55 Jahre alten Internisten aus Saarbrücken Anklage wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels erhoben. Er soll sich vor einer großen Strafkammer des Landgerichts verantworten. Dies bestätigte Pressesprecher Bernd Meiners gestern auf Anfrage unserer Zeitung

Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 55 Jahre alten Internisten aus Saarbrücken Anklage wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels erhoben. Er soll sich vor einer großen Strafkammer des Landgerichts verantworten. Dies bestätigte Pressesprecher Bernd Meiners gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Der Arzt mit Privat- und Praxisadresse in der Saarbrücker Innenstadt sitzt seit Mitte Oktober 2009 in Untersuchungshaft. Er war in seiner Praxis festgenommen worden. Die Anklage wirft dem Mediziner vor, in 232 Fällen so genannte Drogenersatzstoffe, die jeweils schnell abhängig machen sollen, bei einem 77 Jahre alten Saarbrücker Apotheker bar angekauft zu haben. Mit Gewinn habe er dann diese Medikamente in kleineren Dosen in seiner Praxis an Drogenabhängige weiter verkauft. Die Ermittler rechnen dem inhaftierten Internisten vor, im Zeitraum von 2002 bis 2009 auf diese Art einen Gewinn von rund 205 000 Euro erzielt zu haben. Einzelne Tabletten habe er zum Stückpreis zwischen 70 Cent und 1,20 Euro abgegeben. Nach Informationen unserer Zeitung waren im Oktober unmittelbar vor der Praxis des Arztes zwei 39-jährige Zwischenhändler aus Saarbrücken festgenommen worden. Sie hatten sich angeblich kurze Zeit zuvor bei dem Internisten mit Drogenersatzstoffen versorgt. Damals war aus Polizeikreisen zu hören, dass die beiden Männer den Arzt belastet hatten. Der Internist hatte bei seiner Festnahme noch sieben Packungen der Medikamente sowie Bargeld in den Hosentaschen. Bei der Durchsuchung seiner Praxis soll zudem eine größere Menge Bargeld in seinem Schreibtisch gefunden worden sein. Der 55-Jährige bestreitet offenbar die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. mju