Innovative Perspektive fürs Gruben-Areal

Jägersfreude. Bis vor kurzem war noch nicht klar, was mit dem riesigen Areal der ehemaligen Grube Jägersfreude geschehen soll. Nun aber scheint eine Lösung in Sicht. Nach Zustimmung des Stadtrates ist die Landeshauptstadt Saarbrücken mittlerweile in Kaufverhandungen mit dem Grundstückseigentümer, der RAG Aktiengesellschaft. Vor Ort agiert in deren Auftrag die RAG Montan Immobilien GmbH

Jägersfreude. Bis vor kurzem war noch nicht klar, was mit dem riesigen Areal der ehemaligen Grube Jägersfreude geschehen soll. Nun aber scheint eine Lösung in Sicht. Nach Zustimmung des Stadtrates ist die Landeshauptstadt Saarbrücken mittlerweile in Kaufverhandungen mit dem Grundstückseigentümer, der RAG Aktiengesellschaft. Vor Ort agiert in deren Auftrag die RAG Montan Immobilien GmbH. Zum eigentlichen Objekt gehört auch der Pfeifershofweg, der an dem Gelände vorbeiführt. Er ist enorm wichtig, weil er - im sanierten und ausgebauten Zustand - eine hervorragende Anbindung an die A 623 ist. Günstig ist überdies der sich in direkter Nähe befindliche Bahnhaltepunkt. 2010, so erklärte gestern Peter Steinmetz von der RAG Montan Immobilien GmbH, werden die noch auf dem Gelände befindlichen Hallen abgerissen - bis auf das Verwaltungsgebäude und die Waschkaue rechterhand hinter dem Haupteingang. Sie stehen unter Denkmalschutz.

Die Stadt Saarbrücken, so deren Sprecher Thomas Blug, hat mittlerweile einen Kaufvertragsentwurf an die RAG übersandt. Im September seien zudem schon Einzelheiten besprochen worden.

Aber: Unabhängig von den Verhandlungen werde die Entlassung der Flächen aus der Bergaufsicht wegen Abriss-, Sanierungs- und Sicherungsarbeiten nicht vor dem Jahre 2014 beziehungsweise 2015 erfolgen können. Die Entlassung aus der Bergaufsicht (sie erlischt, wenn alle Gefahren beseitigt sind) sei die Grundvoraussetzung für eine neue Nutzung.

Und was soll mit dem Gelände passieren? Aus Sicht der Verwaltung, so Blug, eigne es sich vor allem "aufgrund seiner hervorragenden Lage" als Forschungs- und Entwicklungsstandort oder generell als Gewerbeareal. Geplant sei, dort einen so genannten "weißen Energiestandort" mit Solar- und Windkraftunternehmen und sonstigen alternativen Energieträgern zu etablieren. Auch die Ansiedlung von Einrichtungen zur Produktion und Erforschung alternativer Fahrzeugantriebe (Batterien, Brennstoffzellen) ist laut Blug vorstellbar.

Durch den Ankauf könne "eine der letzten großen Flächenreserven" für die Stadt gesichert und vor ungeordneter Entwicklung bewahrt werden. Thomas Blug: "Die Erarbeitung einer zukunftsfähigen Nutzungs- und Entwicklungskonzeption wird zentraler Punkt einer Projektstudie sein, die nach dem Kauf in Auftrag gegeben wird." Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2004 listet im Übrigen folgende Kosten auf: Sanierung Pfeifershofweg: 940 000 Euro; Anbindung Zechen-Areal an den Pfeifershofweg: 165 000 Euro; innere verkehrliche Erschließung: 220 000 Euro; Entwässerung: 665 000 Euro; Kaufpreis RAG: 445 000 Euro. Insgesamt hält die Stadt drei Millionen Euro für Erschließungsaufwendungen als "realistisch".

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