Terror in Frankreich Großeinsatz wegen eines Islamisten aus St. Avold

Condé-sur-Sarthe · Ein radikalisierter Häftling hat in Frankreich zwei Gefängnisaufseher mit einem Messer verletzt und sich anschließend stundenlang in der Haftanstalt verschanzt.

 (Symbolbild).

(Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa/Patrick Pleul

Am Dienstagabend nahmen Elitekräfte der Polizei den Mann, der Medienberichten zufolge aus dem lothringischen St. Avold stammt, mit seiner Lebensgefährtin fest, wie Frankreichs Innenminister Christophe Castaner auf Twitter mitteilte. Laut Nachrichtenagentur AFP wurden die beiden bei der Intervention verletzt. Nach Angaben des Pariser Justizministeriums hatte sich der Gefangene am Morgen mit seiner Lebensgefährtin in einem speziellen Familienbereich des Gefängnisses in Condé-sur-Sarthe (Normandie) aufgehalten und dort die Aufseher mit einem Keramikmesser attackiert.

Michael C. (27) ist in dem Gefängnis als „radikalisierter“ Islamist eingestuft. Nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters wurde ein Wachmann schwer am Oberkörper verletzt, ein zweiter erlitt Schnittverletzungen im Gesicht und am Rücken. Der Tatort  – ein Zimmer, in dem Häftlinge Besuch von ihren Familien bekommen dürfen – sei „ein Schlachtfeld“ gewesen: „Überall war Blut.“ Michael C. verbüßt in Condé-sur-Sarthe eine 30-jährige Haftstrafe für Entführung mit Todesfolge, bewaffneten Raub und für die Unterstützung von Terrorismus. Gemeinsam mit einem Komplizen hatte er im Jahr 2015 bei Metz einen Mann bei einem Raubüberfall in dessen Haus erwürgt. Ein zweites Mal wurde er verurteilt, weil er seine Mithäftlinge dazu aufrief, den islamistischen Terroranschlag auf das Bataclan-Kulturzentrum in Paris zu wiederholen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort