1. Saarland

Information ohne Grenzen

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Kohlhof. Neu ist er wahrhaftig nicht, der Grenzsteinweg, der von Kohlhof quer durch den Furpacher Wald bis hin nach Eschweiler Hof führt. 250 Jahre hat er - um genau zu sein - auf dem Buckel. Neu allerdings ist, dass es nun eine genaue Erfassung der einzelnen Grenzsteine gibt, dargestellt auf einer großen Tafel. Dazu passend einen Flyer

Kohlhof. Neu ist er wahrhaftig nicht, der Grenzsteinweg, der von Kohlhof quer durch den Furpacher Wald bis hin nach Eschweiler Hof führt. 250 Jahre hat er - um genau zu sein - auf dem Buckel. Neu allerdings ist, dass es nun eine genaue Erfassung der einzelnen Grenzsteine gibt, dargestellt auf einer großen Tafel. Dazu passend einen Flyer.Auf beiden erkennt auch der bislang historisch eher ungebildete Wanderer ganz leicht, was die Grenzsteine sagen wollen. Seit 2004 kämpft der Heimatforscher und im Historischen Verein Stadt Neunkirchen engagierte Günther Gensheimer dafür. Jetzt endlich war - dank "Stadt, Historischem Verein und eines nicht genannt werden wollenden privaten Sponsors" - die feierliche Einweihung möglich. "Ein weiterer in lobenswert ehrenamtlicher Arbeit entstandener touristischer Anziehungspunkt", wusste Pressesprecher Markus Müller in Vertretung des verhinderten Oberbürgermeisters Jürgen Fried dann auch den Einsatz zu würdigen. Heimatverein und Historischer Verein waren dann auch mit mehreren Vertretern vor Ort.

Den Regenschauern trotzte man wacker unterm Blätterdach, gab es doch Interessantes zu erfahren hier im Wald, nahe Grenzstein 35/199. Beispielsweise über den Hintergrund der doppelten Zahl (zwei Fürstentümer). Seit 1756 gibt es den Weg, er war 1816, so wusste Gensheimer zu berichten, Kutschenstraße. Eins freute besonders die Furpacher unter den Anwesenden. Denn, so weiß Gensheimer, 1234 wurde Furpach erstmals erwähnt, damals, als Prinz Heinrich für den Wald von "Furtbach" das Waldweiderecht genehmigte. "Damit wird Furpach bereits viele Jahre vor Neunkirchen selbst genannt."

Doch nicht nur die historischen Zusammenhänge weiß der pensionierte Lehrer aufzuschlüsseln, er kann auch die vielen verschiedenen Symbole und Markierungen auf den meist etwa 90 Zentimeter hohen Steinen aus Buntsandstein, die man ab Breitenbach in der Pfalz etwa alle 200 Meter findet, entschlüsseln. Und so erfährt an eben jener Tafel der Wanderer beispielsweise, dass das Doppel-S-ähnliche Symbol keineswegs ein Nazizeichen ist, sondern die so genannte Wolfs-angel. Je nach Anzahl der Querstriche zeigt sie, ob man auf Nassauer Gebiet oder dem des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken steht. "Die Idee für diesen Weg kam mir durch den Kasbruchweg." Hier hat Gensheimer bis vor kurzem historische Führungen gemacht. "Immer mehr Grenzsteine habe ich gefunden."

Ein Herzensanliegen ist es ihm und seinen Historiker-Kollegen, die Grenzsteine zu retten und sicher zu erhalten. Eben jener Grenzstein 35, an dem sich an diesem Tag alles abspielt, wurde schon zwei Mal durch ein großes Waldrangierfahrzeug umgefahren, wird jetzt durch eine Umzäunung geschützt. Aber auch von plötzlich verschwundenen Grenzsteinen weiß Gensheimer zu berichten. Und über den einen, der als Zaunpfosten dient. "Vermutlich wissen die Leute gar nicht, was das eigentlich ist", mutmaßt er. Das soll sich ändern. Auch mit der Öffnung zur Zukunft. Denn die Infotafel hat Geocaching-Daten für dieses Spiel, das übers Internet und per GPS an Punkte in der Landschaft lockt. "So bekommen wir auch junge Menschen dazu, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen."

"Früher war dieser Weg mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Kutschenweg."

Günther Gensheimer

Wanderwege

Grenzsteinweg: Führungen zu buchen über VHS, Telefon (0 68 21) 2 90 06 12 oder Günther Gensheimer, Telefon (0 68 21) 32 2 72, Treffpunkt: Waldeingang Zu den Grenzsteinen in Kohlhof, Dauer zwei Stunden.

Hangarder Brunnenpfad: Premiumwanderweg, 15 Kilometer, sieben Brunnenanlagen.

Schauinslandweg: Premiumwanderweg, 10,5 Kilometer, 13 Ausblickpunkte, ab Hangard.

Bergbauweg Wellesweiler-Bexbach, über 6.5 Kilometer ab Schützenhaus St. Barbara-Siedlung, durch den Kohlgrubenwald.

Heinitzweg: 9,3 Kilometer ab Waldhaus Dechen, Heinitz, drei Weiher und Aufstieg auf ehemalige Bauschuttdeponie.

Hirschbergweg Kohlhof: 6,5 Kilometer ab Sportplatz, Aussichtspunkt großer Hirschberg.

Höcherbergweg: ab Friedhof Münchwies, neun Kilometer.

Historischer Wanderweg Kasbruchtal: sechs Kilometer ab Parkplatz Kasbruchbad.

Kohlwaldweg: sieben Kilometer ab Parkplatz Spitzbunker.

Maltitzweg Furpach: ab Hotel Hör, 10,5 Kilometer, über Erlenbrunnen.

Randsbachweg Wiebelskirchen: 4,5 Kilometer ab Parkplatz Randsbachweiher Wiebelskirchen.

Saukaulenweg Sinnerthal: 7,2 Kilometer ab Parkplatz Gartenbauverein, Abstecher Bergehalde Reden.

Spitzbubenweg: 11,8 Kilometer ab Friedhof Münchwies um den Ort.

 Auch Barny war mit vor Ort.
Auch Barny war mit vor Ort.
 Grenzstein 35/199
Grenzstein 35/199

Ziehwaldweg: fünf Kilometer ab Parkplatz Eberstein. ji