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In Krettnich waren die Leitungen tot

In Krettnich waren die Leitungen tot

Krettnich. "Tut, tut, tuut" ist das einzige, was die Einwohner des 600-Seelenortes Krettnich seit Montag hören, wenn sie telefonieren wollen. Ihr Telefonanschluss ist defekt? "Wir prüfen Ihren Anschluss direkt online- ganz ohne Warteschleife. Wir kümmern uns darum!", so suggeriert die Telekom auf ihrer Internetseite

Krettnich. "Tut, tut, tuut" ist das einzige, was die Einwohner des 600-Seelenortes Krettnich seit Montag hören, wenn sie telefonieren wollen. Ihr Telefonanschluss ist defekt? "Wir prüfen Ihren Anschluss direkt online- ganz ohne Warteschleife. Wir kümmern uns darum!", so suggeriert die Telekom auf ihrer Internetseite. Schon vier Tage warten hingegen die Krettnicher darauf, dass sich endlich jemand "kümmert" . Mindestens 60 Leitungen, so der ebenfalls betroffene Peter Koch, seien tot; weder Internet noch Telefon funktionsfähig. Bereits Dienstag Abend gegen 16 Uhr sollte der Missstand zum ersten Mal behoben worden sein. "Nichts passierte", beklagt sich Koch. Mittwoch Abend, so die Telekom, sollte dann aber "wirklich was passieren". Wieder erfolglos. Grund für die Misere seien die beschädigten, da veralteten Leitungen zwischen Wadern und Krettnich, vermutet Koch. Er, selbst ehrenamtlich tätig und somit wie auch andere dringend auf eine baldige Verbesserung angewiesen, kritisiert nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch den Umstand, dass viele der Telekom-Angebote wie zum Beispiel DSL 6000 in seinem Ort nicht zur Verfügung stünden. Viele Einwohner fühlten sich "auf den Arm genommen", auch, da die Störungen in regelmäßigen Abständen auftreten. Koch fordert ein Leitungsnetz, dass "den heutigen Ansprüchen entspricht". Natürlich könne man über Mobiltelefone Kontakt zur "Außenwelt" aufnehmen, dies ist jedoch sehr teuer. "Ein bisschen bekommt man zurück", so Koch; generell ließe sich die Telekom allerdings nicht auf Verhandlungen ein. Dass der derzeitige Notstand nicht nur für Gewerbetreibende sondern auch für alte Menschen unzumutbar ist, versteht sich von selbst. Nach Darstellung von André Hofmann, Pressesprecher der Telekom, sei der Ursprung der Störung bereits lokalisiert: In die Hauptleitung sei aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse der vergangenen Zeit Feuchtigkeit gedrungen. "Schon gestern wurden die entsprechenden Leitungsabschnitte erneuert", so Hofmann, "die Tiefbauarbeiten sind ebenso abgeschlossen". Im Laufe des Nachmittages würden nun noch die Adern der neuen sowie alten Leitungsstücke zusammengefügt. Für 17 Uhr wurde das Störungsende vorausgesagt. "Erleben, was verbindet" - hoffentlich ab heute auch wieder in Krettnich, sagt Koch.