In einigen Ländern ist Schach ein Schulfach

Siersburg. In der Turnhalle der Grundschule Siersburg üben Sportler. Gleich daneben liegen Räume, in denen sich je zwei Personen gegenübersitzen, nachdenklich über quadratische Bretter gebeugt. Schwarze und weiße Figuren stehen da auf kleinen Feldern für das "Spiel der Könige". Doch König muss hier keiner sein, der beim Schachclub Turm Siersburg 1975 mitspielen will

 Der Schachclub Siersburg Turm 1975 beim Training: vorne links Vorsitzender Egon Conrad im Spiel gegen Ehefrau Karin. Foto: Johannes A. Bodwing

Der Schachclub Siersburg Turm 1975 beim Training: vorne links Vorsitzender Egon Conrad im Spiel gegen Ehefrau Karin. Foto: Johannes A. Bodwing

Siersburg. In der Turnhalle der Grundschule Siersburg üben Sportler. Gleich daneben liegen Räume, in denen sich je zwei Personen gegenübersitzen, nachdenklich über quadratische Bretter gebeugt. Schwarze und weiße Figuren stehen da auf kleinen Feldern für das "Spiel der Könige". Doch König muss hier keiner sein, der beim Schachclub Turm Siersburg 1975 mitspielen will. "In einigen östlichen Ländern ist das sogar Schulfach", sagt Achim Wild, ohne von den Figuren aufzublicken. So in der Türkei und Armenien.Für die Siersburger Grundschule will der Vorsitzende von "Turm", Egon Conrad, nun eine Schach-AG aufbauen. "Einmal die Woche", plant er. Der Vorteil für die Schüler wäre, "dass sie logisches Denken lernen und sich längere Zeit zu konzentrieren". Es sei auch erwiesen, dass solche Schachkurse die Intelligenz verbesserten. Doch nicht nur Konzentration braucht man dafür, sondern "auch Kondition", sagt Wild. Und Hubertus Lukas ergänzt: "Ich verliere bei jeder Turnierpartie ein Kilo." Denn ein professionelles Spiel könne Stunden höchster Konzentration erfordern. Lukas war 2011 unangefochtener Sieger der A-Gruppe der saarländischen Einzelmeisterschaft geworden. Die erste Mannschaft von "Turm" machte kürzlich den Meister in der Verbandsliga. Damit ist sie in der nächsten Saison wieder in der Saarlandliga vertreten. Es gebe Leute, die spielten Schach aus Spaß an der Sache, wie er, sagt Lukas. Andere wühlten sich durch Fachliteratur und kämpften gegen leistungsstarke Schachcomputer. Denn es gibt schätzungsweise 2,28 hoch 1046 an möglichen Stellungen, eine Zahl mit 46 Nullen. Der Turm ist die zweitstärkste Figur im Schach, nach der Dame. Aber der war dennoch nicht Namensgeber des Vereins, erklärt Conrad: "Das war der Turm der Siersburg."

Spieler der DJK Dillingen sind seit ein paar Jahren im Siersburger Schachclub vertreten, weil die Mitgliederzahlen beider Clubs schrumpften. Deshalb brachte eine Fusion die Schachspieler unter ein Dach, und noch zwei Spieler der Dillinger Partnerstadt Creutzwald. "Früher haben wir gegeneinander gespielt", sagt einer, "heute spielen wir zusammen". Das war ab der Saison 2009/10. Um die 30 Mitglieder sind es seither, richtig aktiv seien etwa 20 Leute, sagt Conrad. Der Schachclub "Turm" wurde 1975 gegründet. Erster Vorsitzender war Hubertus Lukas, Egon Conrad war einmal zweiter Vorsitzender und führt den Verein, nachdem sein Vorgänger, Kurt Stein, im Jahre 2000 verstarb.

Das Training war jahrelang in der alten Schule nahe der Martinskirche, später im Gasthaus daneben. Erst vor Kurzem erfolgte der Umzug in die Räume der Turnhalle.

Dort trainiert der Schachclub jeden Freitag ab 20 Uhr. Die DJK ist donnerstags ab 19.30 Uhr im Weißkreuzstadion dran.

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