"In der Gastronomie gibt es keine Brückentage"

"In der Gastronomie gibt es keine Brückentage"

Wie verbringen die Menschen im Sulzbachtal den Brückentag am Freitag. Eine kleine Umfrage zeigt, viele werden arbeiten.

Sulzbach-/Fischbachtal. Am Donnerstag ist Fronleichnam. Viele Arbeitnehmer nutzen den folgenden Brückentag, ihr Wochenende zu verlängern. Anders Melanie Ursprung - die Dudweilerin geht am Brückentag zur Arbeit: "Ich habe mir nicht frei genommen, weil der Kindergarten, den meine Tochter besucht, nicht geschlossen hat. Bei solchen Brückentagen richte ich mich oft nach dem Kindergarten", sagt sie. Für die 37-jährige Bankangestellte sei es kein Problem, auf das lange Wochenende zu verzichten.Dennis Neis aus Friedrichsthal ist Auszubildender zum Gesundheits- und Krankenpfleger. An diesem Wochenende hat er Dienst: "Für mich ist kein verlängertes Wochenende in Sicht. Ich besuche am Freitag die Schule und fahre am Samstag Rettungsdienst", berichtet der 18-Jährige. Für ihn sei es an diesem Wochenende ganz besonders hart zu arbeiten, weil sein Vater aus Köln zu Besuch kommt.

Die Bankangestellte Katja Raab aus Dudweiler hat sich den kommenden Brückentag frei genommen und fährt übers Wochenende weg: "Ich bin von Donnerstag bis Sonntag in Nordrhein-Westfalen, wo ich die Eltern meines Partners besuche", so die 44-Jährige. An solchen Tagen müsse man sich mit den Arbeitskollegen absprechen, wer sich Urlaub nimmt und wer nicht.

Riza Hamza ist in einem Eiscafé in Dudweiler angestellt. Er wird am Freitag arbeiten: "In der Gastronomie gibt es keine Brückentage. Als Vater von zwei Kindern wäre es sicher schön, an solchen Tagen viel Zeit mit ihnen verbringen zu können, aber mir ist das allemal lieber als arbeitslos zu sein", erklärt der 27-Jährige.

Fabrizio Stuppia ist ebenfalls in einer Dudweiler Eisdiele tätig. Und auch er ist der Meinung, dass es in dieser Branche keine Brückentage gibt: "Ich werde am Freitag arbeiten. Da gibt es keine Chance frei zu machen, weil genau an diesen Tagen besonders viel los ist. Aber mir macht das nichts mehr aus. Nach 26 Jahren in der Gastronomie gewöhnt man sich daran", so der 44-jährige Angestellte.

Chantal Adiasse fährt für ein Friedrichsthaler Taxiunternehmen - auch am Brückentag ist sie mit ihrem Taxi unterwegs: "Mein freier Tag ist immer der Donnerstag, das heißt, an Fronleichnam habe ich sowieso frei. Aber am Freitag bin ich im Dienst. Das ist für mich kein Problem. Ich arbeite gerne und das seit 35 Jahren", sagt die 55-Jährige lächelnd.

Der selbstständige Logopäde Bolko Szczepanski, der in Einöd und Dudweiler je eine Praxis hat, kennt keine freien Brückentage: "Ich bin selbstständig, ich muss arbeiten. Das ist für mich normal und auch völlig in Ordnung", so der 37-Jährige. Die Dudweilerin Tanja Baris arbeitet in der Krankenhausverwaltung. Von einem langem Wochenende kann sie nicht profitieren: "Am Freitag arbeite ich. Meine Kollegin hat Urlaub. Aber das stellt eher die Ausnahme dar. Normalerweise arbeiten wir zu zweit. bub