In barocker Tracht hoch zu Ross

In barocker Tracht hoch zu Ross

Saarwellingen. Während die Indianer-Squaw und ihr bunt bemaltes Pferd auf dem kleinen Sandplatz den flüchtenden Cowboy verfolgen und dingfest machen, fliegen die Starter beim Fahnenrennen auf der Ovalbahn geradezu von Tonne zu Tonne und wirbeln beim schnellen Stopp an den Übergabepunkten kleine Staubwolken auf

Saarwellingen. Während die Indianer-Squaw und ihr bunt bemaltes Pferd auf dem kleinen Sandplatz den flüchtenden Cowboy verfolgen und dingfest machen, fliegen die Starter beim Fahnenrennen auf der Ovalbahn geradezu von Tonne zu Tonne und wirbeln beim schnellen Stopp an den Übergabepunkten kleine Staubwolken auf. Auf dem kleinen Grasplatz am anderen Ende der Anlage ziehen gerade zwei Einhörner und zwei Edelleute ihre Kreise, während die alten Weiber auf dem Holzpferd zeigen, dass man auch als Oma im hohen Alter noch voltigieren kann. Begeistert von so viel Kreativität und Abwechslung honoriert das Publikum jede einzelne Show und Prüfung mit lautem Applaus.Die "Faszination Pferd", das größte Breitensportfestival im Saarland, präsentierte sich auch 2011 genau so, wie es das Veranstaltungsmotto "Pferdesport in seiner ganzen Vielfalt" erwarten ließ. Veranstaltet vom Pferdesportverband (PSV) Saar und ausgerichtet vom RFV Saarwellingen lockte das Festival zahlreiche Zuschauer am Sonntag zur Reitanlage "Auf der Höh".

Im Mittelpunkt standen die Show-Elemente der Vereine. "Teilweise sind die Teilnehmer trotz 150 Kilometer Anfahrt hierher gekommen", freute sich Uta Rosenau, die Breitensportreferentin des saarländischen Verbandes und damit Hauptorganisatorin. Zentraler Aspekt des Breitensportfestivals sei der Spaß, den man mit dem Freizeitpartner Pferd habe. "Besonders die kostümierte Barockpferde-Kür scheint das Publikum beeindruckt zu haben. Denn trotz des kurzen, aber heftigen Regens während dieses Dressurwettbewerbs haben die Zuschauer am Platz ausgeharrt", zeigte sich die Organisatorin zufrieden. Gut angenommen worden seien auch die Theorie- und Fitnesswettbewerbe. "In diesem Jahr haben wir erstmals auch einen Geländereiter-Wettbewerb mit festen Naturhindernissen angeboten, und die Nennungszahlen waren gut."

Heike Körner, die beim PSV Saar für die Jugend zuständig ist, lobte, dass sich das neu gegründete Jugendteam des Saarlandes aktiv in das Geschehen eingebracht. Körner: "Hier ist alles stressfrei - keiner nörgelt wegen schlechten Wetters oder Zeitverzugs."

Auch diese Reiterin zog die Aufmerksamkeit des Publikums bei der Barockpferde-Kür auf sich.

Auch Bert Siegwart, der Vize-Präsident des Pferdesportverbandes, und seine Frau waren vor Ort: "Die Veranstaltung ist eine wertvolle Sache. Sie ist gerade deshalb so interessant, weil auf kleinem Raum viele verschiedene Pferdesport-Disziplinen zu sehen sind." Für den zweiten Verbandschef ist es an der Zeit, umzudenken: "Wir müssen uns von den starren Turnierdisziplinen lösen und den Breitensport noch mehr fördern."

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