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Immonen rollt nur knapp am Weltrekord vorbei

Immonen rollt nur knapp am Weltrekord vorbei

St. Wendel. Es ist kein Kinderspiel, sondern harter Wettkampfsport, der Geschwindigkeit, Dynamik und Ausdauer vereint: das Tretrollerfahren. Am Wochenende richtete der Radsportclub (RSC) St. Wendel im Wendelinuspark einen Lauf zum Europa-Cup aus, und mehr als 60 Sportler aus sechs Nationen gingen an den Start

St. Wendel. Es ist kein Kinderspiel, sondern harter Wettkampfsport, der Geschwindigkeit, Dynamik und Ausdauer vereint: das Tretrollerfahren. Am Wochenende richtete der Radsportclub (RSC) St. Wendel im Wendelinuspark einen Lauf zum Europa-Cup aus, und mehr als 60 Sportler aus sechs Nationen gingen an den Start. Wer sich eines der insgesamt fünf Rennen ansah, der stellte fest: Der Vortrieb per Anstoßbewegung sieht recht einfach aus, doch die Realität ist eine andere. Denn einen Roller mit scheinbarer Leichtigkeit auf Renntempo zu beschleunigen, erfordert immens viel Kraft - und Technik. So muss das Antriebsbein permanent gewechselt werden: auf ebener Strecke nach etwa sechs Stößen, beim Anstiegen nach der Hälfte. Bei den Profis wirkt das recht entspannt. Das Prozedere gleicht einem "fliegenden" Wechsel, und in der Ebene werden Geschwindigkeiten von bis zu 30 Kilometern pro Stunde erreicht. Doch nun ist der rund fünf Kilometer lange Wendelinus-Rundkurs alles andere als eben - vielmehr gleicht er einer Berg- und Talbahn, auf der bergan nur mäßige zwölf Kilometer pro Stunde erreicht werden. Dafür geht es bergab dann rasend flott: Da sind Geschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern locker drin. "Der Rundweg in St. Wendel ist sehr anspruchsvoll", sagte Helmut Maue, der Vorsitzende des Radsportclubs St. Wendel, der das Europacup-Rennen ausrichtete: "Es geht permanent hoch und runter, und es gibt jede Menge enge Kurven. Doch trotzdem sind schnelle Zeiten möglich." Diese Aussage Maues bestätigte Kai Immonen, der die 42,2 Kilometer von St. Wendel im Marathon-Rennen in einer Zeit von 1:20,27 Stunden bewältigte. Damit blieb der Finne nur 23 Sekunden unter der Weltrekordzeit. Überhaupt scheint Immonen der kommende Mann im Rollersport zu sein. In St. Wendel gewann er alle Rennen. Neben dem Marathon auch den Lauf über zehn Kilometer und den Sprint. Zwar nicht ganz rekordverdächtig, aber dennoch überaus brütend war die Hitze, die am vergangenen Wochenende im Wendelinuspark herrschte. Ihr fielen gleich drei Fahrer zum Opfer. "Am Samstag hatten wir einen Kreislaufkollaps, am Sonntag waren es sogar zwei Fahrer, die den extremen Temperaturen Tribut zollen mussten", berichtet Maue von weniger schönen Momenten. Was den Orga-Chef aber richtig stolz machte: "Uns wurde von vielen Fahrern gesagt, dass die Strecke durch den Wendelinuspark in dieser Form einmalig ist und eine der schönsten in Europa." tog

Auf einen BlickMarathon Herren: 1. Kai Immonen, Finnland (1:20:26.479 Stunden), 2. Dani Niederberger, Schweiz (1:26:24.095), 3. Markku Levanen, Finnland (1:26:30.833).Damen: Martina Smitkova, Tschechien (1:39:50.523), 2. Rosanne Reijne, Niederlande (1:44:02.617), 3. Ivana Dvorakova, Tschechien (1:50:26.666).Zehn Kilometer Herren: 1. Kai Immonen, Finnland (19:03.945 Minuten), 2. Hans Korbee, Niederlande (19:35.585), 3. Dani Niederberger, Schweiz (19:41.760).Damen: 1. Rosanne Reijne, Niederlande (21:48.784), 2. Martina Smitkova, Tschechien (21:59.679), 3. Zdenka Tlapova, Tschechien (22:12.602).Sprint Herren: 1. Kai Immonen, Finnland; 2. Hannu Vierikko, Finnland, 3. Mathijs Gerrits, Niederlande.Damen: 1. Elisa Viglio, Italien, 2. Charlotte de Mol, Niederlande. tog