Häuser fast 7 Prozent teurer: Immobilien-Preise im Saarland steigen kräftig

Häuser fast 7 Prozent teurer : Immobilien-Preise im Saarland steigen kräftig

Kaufen und mieten im Saarland wird teurer. Experten fordern eine niedrigere Grunderwerbsteuer.

Die Preise für Häuser und Wohnungen ziehen im Saarland weiter kräftig an. Eigenheime verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 6,75 Prozent, für Eigentumswohnungen mussten die Käufer fünf Prozent mehr zahlen, teilte der Immobilienverband Deutschland Region West (IVD) am Freitag mit. Auch für die Miete müssen Saarländer deutlich mehr ausgeben: im Mittel 8,5 Prozent. Nach Einschätzung von IVD-Chef Burkhard Blandfort setzt sich der Aufwärtstrend angesichts anhaltend niedriger Zinsen fort. „Eine Preisblase sehen wir für das Saarland aber nicht.“

Der Verband beobachtet bei der Nachfrage „ein starkes Stadt-Land-Gefälle“. So seien die Preise für Einfamilienhäuser in Saarbrücken, Saarlouis und St. Wendel um bis zu 14 Prozent gestiegen. In Merzig wurden einfach ausgestattete Eigenheime sogar um 20 Prozent teurer, sehr gut ausgestattete um 18 Prozent. Das „hat mit dem Sondermarkt an der Grenze zu Luxemburg zu tun“, erklärte Blandfort.

Der Verbandschef verlangt vom Land eine Entlastung für junge Familien, für die ein Immobilienkauf immer schwieriger wird. Kritisch sieht er vor allem die Grunderwerbsteuer, die im Saarland mit 6,5 Prozent des Kaufpreises im Bundesländervergleich am höchsten liegt. Nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens sollte die Steuer „für Erstkäufer bis zu einem Immobilienwert von 350 000 Euro auf Null gesetzt werden“, sagte Blandfort. Wenn Familien leichter an Wohneigentum kämen, würde das „auch den Mietmarkt entspannen“.

In Saarbrücken stiegen die Mieten zwar nur um 2,3 Prozent und damit weniger stark als in den Vorjahren; in Völklingen, St. Ingbert und St. Wendel sind die Steigerungen zum Teil aber zweistellig, in Sulzbach liegen sie bei bis zu 25 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung fordert Blandfort, dass die Grenzen, bis zu der die Mieten für Hartz-IV-Empfänger gezahlt werden, deutlich erhöht werden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung