Immer schön schräg

Sulzbach. Ihre Musik hört sich schräg an. In ihre Lieder bauen sie schon mal falsche Laute ein. Schief spielen gehört für Guggen-Musiker zum guten Ton. Freunde dieser Musik kommen an diesem Samstag, 11. Oktober, garantiert auf ihre Kosten. Denn dann findet ab 18 Uhr in der neuen Sulzbacher Aula die zweite Saar-Gugge-Night statt

Sulzbach. Ihre Musik hört sich schräg an. In ihre Lieder bauen sie schon mal falsche Laute ein. Schief spielen gehört für Guggen-Musiker zum guten Ton. Freunde dieser Musik kommen an diesem Samstag, 11. Oktober, garantiert auf ihre Kosten. Denn dann findet ab 18 Uhr in der neuen Sulzbacher Aula die zweite Saar-Gugge-Night statt. Es kommen Guggengruppen aus nah und fern, wie etwa eine Truppe aus der Schweiz mit 50 Spielleuten oder die Gruppe "doguggense" aus Mainz. Veranstalter des Spektakels sind die Sulzbacher Saarlight-Guggas. Vorstandsmitglied Christina Günter verspricht: "So etwas hat es im Saarland noch nicht gegeben." Gefeiert wird auf zwei Ebenen mit Cocktailbar und Partylounge. Es gibt aber nicht nur tolle Guggenmusik. Denn es treten auch Tanzgruppen auf, zum Beispiel die Majorettes der Saarlight-Guggas mit ihrer tollen Lichtershow. Die Saarlight-Guggas mit Majorettes entwickelten sich aus dem Sulzbacher Musikzug "Jetzt geht's los". 2003, nachdem Mitglieder in Heidelberg eine Gugga-Gruppe gehört hatten, änderte die Gruppe nach und nach ihr Konzept, verlegte sich auf Guggen-Musik, die ihren Ursprung im Alemannischen hat. Schließlich wurde der Name in Saarlight- Gugga mit Majorettes Sulzbach/Saar geändert. Gugga ist eine rhythmische Blasmusik, die absichtlich knapp neben der Melodie herspielt. Die wilden Klänge sind Bestandteil der Schweizer Fastnachtstradition. Die Gugga-Musik fußt im Brauch, die Wintergeister auszutreiben. Schon im 16. Jahrhundert ist man maskiert und verkleidet mit Blecheimern, Kuhglocken, Rasseln und Trommeln um die Häuser gezogen. In den Fünfzigern schwappte das Gugga-Fieber dann nach Süddeutschland. Die knapp 30 Musiker gehen ihrem Hobby mit Schlagwagen, Marschtrommeln, Granitblöcken, Trompeten, Posaunen, Saxofon und Hörnern nach. Auffällig wie ihr Spiel sind auch die Kostüme der Guggenmusiker. In Blau, Lila, Silber und Gold kommt die Parade der Spieler daher. Zudem ist jeder im Gesicht bemalt, die Instrumente sind mit Lichterketten und Blinklichtern beleuchtet. Immer mit ihren Majorettes an der Seite touren die Saarlight-Guggas das ganze Jahr über von Veranstaltung zu Veranstaltung.Die erste Saar-Gugge-Night fand übrigens vergangenes Jahr zur Quetschekuchekerb auf dem Ravanusaplatz statt. "So etwas hat es im Saarland noch nicht gegeben." Christina Günter

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