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"Immer gucken, wo man hintritt"

"Immer gucken, wo man hintritt"

Sulzbach. Kaiserwetter, Würstchenduft und ein buntes Programm - von Kunstvernissage bis Musical-Aufführung - machten den Tag der offenen Tür der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth in Sulzbach am vergangenen Samstag zu einem gelungenen Tag

Sulzbach. Kaiserwetter, Würstchenduft und ein buntes Programm - von Kunstvernissage bis Musical-Aufführung - machten den Tag der offenen Tür der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth in Sulzbach am vergangenen Samstag zu einem gelungenen Tag. Und zwischen Feuerwehrauto, Polizeimotorrad und Polizeibus, die für die Kinder auf den Kirchenparkplatz in der Vopeliusstraße vorfuhren, hatten sich die Kinder vor allem einer Sache gewidmet: den Hundehaufen auf dem Weg zur Kita."Man muss immer gucken, wo man hintritt. Die Haufen sind fast überall", klagt Kita-Leiterin Maria Martin. Das Problem sei vor allem, dass die Jungen und Mädchen mehrmals täglich den Gehweg neben Finanzamt und Parkplatz nutzen: "Das Fahrrad und die Schuhe werden mitten durch die Haufen gezogen, und die Kinder bringen den Kot häufig in die Einrichtung rein. Das ist vor allem für unsere Krabbelkinder kein Spaß", sagte Maria Martin am Samstag im SZ-Gespräch. Daher habe man sich im Team mal Gedanken gemacht und zusammen mit den Kindern eine Idee ausgeheckt.

"In jeder Gruppe haben die Erzieherinnen mit den Kindern das Thema besprochen. Und wir haben Plakate gebastelt mit Reimsprüchen, die den Hundebesitzern sagen sollen, was sie mit ihrer Nachlässigkeit anrichten", erläuterte Erzieherin Esther Meyer hierzu. Sätze wie: "Wir wollen keinen Hundemist, weil der Weg für Kinder ist" sollen dabei den Hundeeltern mal ein bisschen ins Gewissen reden. "Das ist schon seit Jahren ein Thema. Schon als meine Tochter hier in den Kindergarten kam, gab es nie eine Besserung. Sie ist schon Schulkind", bestätigte Festbesucherin Miriam Rieth aus Sulzbach.

Vielleicht darf man durch die Plakat-Aktion der Kinder ein bisschen auf Änderung hoffen, denn Bürgermeister Michael Adam zeigte am Samstag Interesse an der Aktion. Der Rathauschef kam mit Stellvertreterin Marie-Rose Bramer, um sich ein Bild von der Sache zu machen.

"Das mit der Sauberkeit ist mir ja bekanntlich ein besonderes Anliegen. Die Aktion passt genau da rein", sagte Adam im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei der Begehung staunte der Bürgermeister über die Anzahl der Haufen. "Ich habe ja selber zwei Hunde und weiß, wo man hingehen sollte, wenn die müssen", so Adam weiter. Man müsse zunächst genau herausfinden, ob der Pfad ganz Privatweg oder teilweise gewidmet sei, meinte der Bürgermeister im Gespräch mit Leiterin Martin. "Wir klären das zuerst. Dann überlegen wir gemeinsam mit Fachleuten und der Kita-Leitung, was man machen kann, damit hier die Haufen verschwinden: einzäunen oder beschildern, mit Tütenboxen ausstatten. Die Schilder-Aktion heute war der erste Schritt", so Adam.

Das finden auch die Kleinen, die sich für die Schilderaktion ins Zeug gelegt hatten. "Die Hundebesitzer bleiben bestimmt stehen", meinte der sechsjährige Phillipp aus Sulzbach. Auch Max ist stolz auf die Idee. "Wir haben den Text selber gemacht", erklärte der Junge.