Pestizid Imker: Glyphosat nicht gesundheitsschädigend für Bienen

Saarbrücken · Der Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat entlang der Gleise der Deutschen Bahn ist nicht gesundheitsschädigend für dort angesiedelte Bienen. Dies hat Susanne Meuser, zuständig für den Fachbereich der Bienengesundheit beim Landesverband saarländischer Imker, mitgeteilt. Durch das Abtöten von Blütepflanzen in unmittelbarer Nähe der Gleise werde aber die Nahrungsfläche für Bienen eingeschränkt. Zuvor hatte Grünen-Landesvorsitzender Markus Tressel erklärt, dass der Einsatz das Unkrautbekämpfungsmittel Bienen entlang der Gleisanlagen gefährde.

Der Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat entlang der Gleise der Deutschen Bahn ist nicht gesundheitsschädigend für dort angesiedelte Bienen. Dies hat Susanne Meuser, zuständig für den Fachbereich der Bienengesundheit beim Landesverband saarländischer Imker, mitgeteilt.  Durch das Abtöten von Blütepflanzen in unmittelbarer Nähe der Gleise werde aber die Nahrungsfläche für Bienen eingeschränkt. Zuvor hatte Grünen-Landesvorsitzender Markus Tressel erklärt, dass der Einsatz das Unkrautbekämpfungsmittel Bienen entlang der Gleisanlagen gefährde.

Mit dem Projekt „Bienen bei der Bahn“ stellt die Deutsche Bahn seit Oktober 2016 Imkern kostenfrei Flächen für die Aufstellung von Bienenvölkern zur Verfügung. „Die  Deutsche Bahn kümmert sich um den Arten- und Naturschutz“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Auch im Saarland haben sich rund zehn Imker beworben. Da sich entlang von Schienenwegen unzählige Blütenpflanzen angesiedelt hatten, wurde das Projekt zunächst auch hoch gelobt. Gegner des Projekts sehen jedoch eine Gefährdung der Gesundheit der Honigbienen durch das Herbizid Glyphosat. Seit Jahren ist Glyphosat weltweit der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden. Mit 75 Tonnen pro Jahr ist die Deutsche Bahn der größte Einzelverbraucher in Deutschland (0,4 Prozent der gesamten Menge). Um das Schotterbett der Gleise vor Verkrautung zu schützen und somit die Sicherheit im Schienenverkehr zu garantieren, sei Glyphosat für die Deutsche Bahn ein entscheidender Wirkstoff, heißt es. In einem Bereich von knapp sieben Metern ringsum die Bahntrasse werde das Mittel einmal im Jahr mit speziellen Spritzzügen verteilt.

Eine Gefährdung der Gesundheit der Bienen durch den Einsatz von Glyphosat schließt Meuser vom Landesverband saarländischer Imker nach heutigem Kenntnisstand aus. „Glyphosat ist ein Herbizid, das ein bestimmtes Enzym zum Stoffwechsel in Pflanzen blockiert. Dieses Enzym gibt es bei Tieren jedoch nicht“, sagt sie. Insektizide wie Neonicotinoide hingegen würden das Navigationsverhalten der Bienen beeinträchtigen. Gerade in der Landwirtschaft werde Glyphosat mit Insektiziden gemischt, um pflanzenschädigende Insekten fernzuhalten. „Dies ist jedoch bei dem Glyphosat-Einsatz der Deutschen Bahn nicht der Fall“, so Meuser. Da sich jedoch unter den Unkräutern, die durch das Mittel sterben, auch Blütepflanzen befinden, werde der Nahrungsraum der Bienen eingeschränkt. „Dies hat zur Folge, dass Bienen verhungern“, sagt Meuser.

Auch die Deutsche Bahn bestätigt, dass die Gesundheit der Bienen durch die Anwendung des Herbizids nicht  beeinträchtigt sei.  „Der Deutsche Imkerbund untersucht seit vielen Jahren bei Imkern gezogene Honigproben auf Rückstände. Dabei wurden keine erhöhten Glyphosatwerte festgestellt“, versichert Regina Marusczyk, Sprecherin der Pressestelle der Deutschen Bahn für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Da die Bienen das Herbizid in den Bienenstock tragen und dieses somit den Honig gelangt, sorgen sich Kritiker vermehrt auch um Auswirkungen auf den Menschen. Doch auch hier versichert die Pressesprecherin der Deutschen Bahn, dass Menschen weiterhin unbesorgt Honig konsumieren könnten. „Die Bahn hat im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Flächen für Hobbyimker den dort geernteten Honig stichprobenartig untersuchen lassen. Die Ergebnisse zeigen keine Belastung mit Glyphosat“, so Marusczyk. Gemeinsam mit der Industrie suche die Deutsche Bahn jedoch nach Alternativen und versuche bereits heute, da wo es möglich ist, auf die Anwendung von Herbiziden zu verzichten. Mechanische oder thermische Verfahren stellen derzeit jedoch keine Alternative dar. „Die eingeschränkte Wirksamkeit in Verbindung mit der geringen Arbeitsgeschwindigkeit dieser Verfahren genügen den geforderten betrieblichen Anforderungen nicht“, meint Marusczyk.

Ob von dem Pestizid Glyphosat Gesundheitsgefahren ausgehen, ist in der Wissenschaft umstritten.