Im zweiten Anlauf

Völklingen. Es schien, als würde seit Beginn des Jahres 2012 ein Fluch auf den Baskets 98 aus Völklingen liegen. Ständig verletzten sich oder erkrankten immer mehr Spieler beim Basketball-Regionalligisten

 Schnelle Hände: Pascal Heinrichs, rechts, lieferte gleich in seinem ersten Spiel gegen Tübingen (hier gegen Pirmin Unger) einen ordentlichen Auftritt ab. Fotos: Thomas Wieck

Schnelle Hände: Pascal Heinrichs, rechts, lieferte gleich in seinem ersten Spiel gegen Tübingen (hier gegen Pirmin Unger) einen ordentlichen Auftritt ab. Fotos: Thomas Wieck

Völklingen. Es schien, als würde seit Beginn des Jahres 2012 ein Fluch auf den Baskets 98 aus Völklingen liegen. Ständig verletzten sich oder erkrankten immer mehr Spieler beim Basketball-Regionalligisten. Bis Trainer Jörg Arand sich gezwungen sah, auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückzugreifen, angeschlagene Spieler trotz ihrer Verletzungen einzusetzen oder nur mit fünf Mann zu Auswärtsspielen zu fahren und die Spiele dann quasi herzuschenken. Da wusste auch Arand: "So kann es nicht weiter gehen. Wir brauchen Unterstützung."

Schon seit 2011 in Kontakt

Diesmal meinte es das Schicksal gut mit seinem Team. Innerhalb von wenigen Tagen gelang es dem Verein, zwei neue Spieler zu verpflichten. Der eine, Pascal Heinrichs, ist 22 Jahre alt und 1,87 Meter groß. Am Sonntag bestreitet er sein zweites Spiel für die Baskets, auswärts gegen den TuS Kreis-Karden. Der schmale Spieler mit dem Pagenschnitt trainierte bereits im Sommer 2011 zur Probe in Völklingen. Beide Seiten waren sich sympathisch, doch es kam anders - Heinrichs entschied sich für den Regionalligisten BC Zwickau. "Völklingen war meine erste Wahl, doch dann ging Siegfried Vollmann von uns, und der Wechsel kam nicht zustande", erinnert sich Heinrichs. Vollmann kümmerte sich bei den Baskets um neue Spieler und die Wechsel-Abwicklungen.

"Meine erste Option blieb trotzdem die ganze Zeit Völklingen", beteuert er. Als ihn dann der dringliche Anruf von Arand erreichte, musste er nicht lange überlegen. "Hier habe ich die bessere Situation. Mir gefällt die familiäre Atmosphäre in Völklingen, und ich bin näher an meiner Heimat Freiburg." Der Neuling wurde sofort gut aufgenommen, auch seine Mitspieler sind froh über die Hilfe. "Wir brauchen den Nachwuchs dringend. Für uns ältere Spieler ist das natürlich eine ganz andere Welt. Die beiden Neuen sind noch richtig Basketball-geil", sagt Center und Urgestein Achim Münzebrock. Das ist genau das, was die Baskets zurzeit brauchen. "Mir fehlt bei uns etwas der Teambiss und die Spielfreude", gibt Münzebrock zu bedenken.

Davon bringt Heinrichs mehr als genug mit. Ehrgeizig und selbstbewusst brachte er sich in seinem ersten Spiel gegen den SV 03 Tübingen (67:70) direkt ein, bot sich an und spielte mutig auf. "Auch wenn mal was daneben ging, haben mich die anderen Spieler aufgemuntert, es trotzdem weiter zu versuchen", erinnert sich Heinrichs, der bereits die dritte Saison in der Regionalliga spielt. Davor lebte er zwei Jahre lang in den USA und machte dort seinen Highschool-Abschluss. "Die USA sind das Basketball-Land überhaupt. Es war immer ein Traum von mir, dort zu spielen", erzählt er. Nach zwei Jahren zog es ihn dann doch wieder Richtung Heimat. "In Deutschland entwickelt sich der Basketball-Sport ja auch stetig weiter", räumt er wohlwollend ein.

Nun hat es ihn von der großen weiten Welt ins kleine Saarland verschlagen. Und am liebsten würde er dort auch erst einmal ein paar Jahre bleiben. In Völklingen hat er eine kleine Wohnung, und bei den Baskets trainiert er die U15-Mannschaft. Jetzt fehlt ihm nur noch eine Arbeitsstelle. "Ich hoffe, dass ich hier in der Umgebung eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann finde", sagt Heinrichs.

Und seine sportlichen Ziele? "Ich denke da eher kurzfristig", meint Heinrichs. "An meiner Tür hängt ein Schild, auf dem steht: ,Das nächste Spiel gewinnen.' Und das muss ich nicht mal auswechseln", sagt er und lacht dabei fröhlich.