1. Saarland

Im Spagat zwischen Sparen und Investieren

Im Spagat zwischen Sparen und Investieren

Großrosseln. Investieren in den Zeiten der Schuldenbremse ist keine leichte Übung. Am Donnerstagabend versuchte der Großrosseler Gemeinderat den schwierigen Spagat. Und zeigte dabei eine geschlossene Mannschaftsleistung: Alle Entscheidungen fielen einstimmig, zügig gingen die Abstimmungen über die Bühne

Großrosseln. Investieren in den Zeiten der Schuldenbremse ist keine leichte Übung. Am Donnerstagabend versuchte der Großrosseler Gemeinderat den schwierigen Spagat. Und zeigte dabei eine geschlossene Mannschaftsleistung: Alle Entscheidungen fielen einstimmig, zügig gingen die Abstimmungen über die Bühne. In den vorangegangenen Ausschusssitzungen, so war zu hören, wurde hingegen lange diskutiert.

Sparmaßnahmen

Die Sparmaßnahmen, erklärte Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD), werden die Bürger spüren. Die Summe der in 2012 vorzunehmenden Sanierungsmaßnahmen beträgt voraussichtlich rund 160 000 Euro. Diese Marke erreichen die vom Gemeinderat verabschiedeten Sparmaßnahmen nicht, sie haben nur ein Volumen von gut 102 000 Euro. Einige Auszüge aus der Liste: Die größte Einsparung, nämlich 42 200 Euro, wird dadurch erreicht, dass auf die geplante Einstellung eines Bauhof-Mitarbeiters verzichtet wird. Die Beendigung der Beförderung der Kindergartenkinder bringt eine Kostenersparnis von 13 000 Euro. Auch in den Unterhalt von Friedhöfen und Leichenhallen wird weniger investiert.

Parallel zur Drosselung der Ausgaben sollen die Einnahmen steigen. Die Grundsteuer für Grundstücke und die Gewerbesteuer werden um jeweils fünf Prozent angehoben. Hundehalter müssen ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Für den ersten Vierbeiner sind jährlich 70 Steuer-Euro zu berappen, für den zweiten 120 Euro, für jeden weiteren 160 Euro.

Auf der Grundlage der Sanierungsmaßnahmen und des in der Sitzung ebenfalls einstimmig verabschiedeten Investitionsprogramms muss die Verwaltung nun einen Haushaltsentwurf ausarbeiten. Ob dieser genehmigt wird, ist fraglich. Schließlich klafft eine Lücke von knapp 60 000 Euro zu dem vermuteten Betrag. Die genaue Summe, die durch die Haushalts-Sanierungsmaßnahmen zu erbringen ist, steht noch nicht fest. Sollte die Kommunalaufsicht kein grünes Licht geben, so beschloss der Rat schon vorsorglich, werde man sich nochmals zusammensetzen und weitere Sanierungsmaßnahmen beschließen.

Investitionsprogramm

Trotz des Sparzwangs wird in Großrosseln weiter investiert. Der Investitionshaushalt für das kommende Jahr hat ein Volumen von knapp 3,1 Millionen Euro. Die Netto-Neuverschuldung beträgt 1,2 Millionen Euro. Einige größere Projekte stehen an: Ein neuer Gemeindekindergarten wird gebaut. Das Dach der Karlsbrunner Turnhalle soll erneuert, ein Multifunktionsraum angebaut werden. Auch die Schulturnhalle in St. Nikolaus will man in Schuss bringen. Außerdem sollen Gelder in ein neues Feuerwehrfahrzeug, in die Erneuerung der Mühlenbachverrohrung und in die Sanierung des Clubheims des SC Großrosseln fließen. Helmut Heins (CDU) verkündete eine gute Nachricht: Seiner Fraktion ist es im Gespräch mit der Landesregierung gelungen, Zuschusszusagen zu erhalten: Die Mittel sollen in die Sanierungen der beiden Turnhallen fließen: 160 000 Euro nach Karlsbrunn und 62 500 Euro nach St. Nikolaus. > Seite C 5: Weiterer Bericht.