1. Saarland

Im Nest schaukelt sich's am besten

Im Nest schaukelt sich's am besten

St. Wendel. "Mir hann gespielt am liebschde nur im Dreck!" Die saarländische Sängerin Anne Karin trifft es in einem ihrer Songs auf den Punkt. "Denken wir an unsere eigene Kindheit zurück - wo und was hat man gerne gespielt, wie sahen die Lieblingsplätze aus?" Karin Klopp, die Leiterin vom Kindergarten St. Anna in St

St. Wendel. "Mir hann gespielt am liebschde nur im Dreck!" Die saarländische Sängerin Anne Karin trifft es in einem ihrer Songs auf den Punkt. "Denken wir an unsere eigene Kindheit zurück - wo und was hat man gerne gespielt, wie sahen die Lieblingsplätze aus?" Karin Klopp, die Leiterin vom Kindergarten St. Anna in St. Wendel-Alsfassen weiß, dass Kinder auch heute noch ähnliche Wünsche an ein Spielgelände haben. Aus diesem Grund entsteht rund um den Neubau der Kindertagesstätte ein naturnahes Außengelände. Jetzt fand für ein Teilstück die Einweihungsfeier statt. Seit vielen Wochen wird das Areal mit Eltern, angeleitet von einer Gartenfirma und mit Hilfe der THW-Jugend St. Wendel, verändert. Aber: "Wir wollen nicht einfach nur eine flache Wiese mit ein paar fertigen Spielgeräten", weiß Klopp. "Wir wollen vielmehr ein Gelände, das zum Spielen anregt und auf dem die Kinder selbst Phantasie und Kreativität entwickeln können." Laut Karin Klopp mögen die Kinder ein abwechslungsreiches Gelände mit Nischen und Rückzugsmöglichkeiten. Durch natürliche Gestaltungselemente, die das Ambiente einer kleinen Spiellandschaft schaffen, soll integriertes Spielen entstehen und zum kreativen Umgang mit Natur und Umwelt motivieren.Die Kosten dafür werden vom hauseigenen Förderverein getragen, der zurzeit aus rund 60 Mitgliedern besteht. Engagierte Eltern hatten das Geld durch Erlöse von Festen und Basaren erwirtschaftet. 4000 Euro gab der Verein jetzt für eine Neuanschaffung, einer so genannten Nestschaukel, aus. "Ich habe auch schon geschaukelt", ist ein Sprössling vom neuen tellerrunden Pendel begeistert. Jedoch fügte er hinzu: "Ich musste lange anstehen, weil so viele Kinder drauf wollten."Bis heute wurden in fünf Arbeitsgängen unter anderem eine Sandgrube, Sitzsteine, eine Feuerstelle, eine Kriechröhre, ein Hügel mit Rutsche sowie ein Kräuterbeet geschaffen. An unzähligen Wochenenden haben Elternteile das Gelände dementsprechend ein Stück modelliert. Grund genug für Karin Klopp, die Feierlichkeiten auch zum Dankesagen zu nutzen. Für die Jugendlichen des THW Ortsverband St. Wendel, die in rund 100 Stunden eine Buddelkiste anlegten (wir berichteten), überreichte der Förderverein 150 Euro für die Jugendausbildung.Der Natur-Erlebnis-Platz soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden: In Zukunft werden Weidetunnel, ein Wasserspiel und Klettermöglichkeiten auf Holzstämmen entstehen. mat