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Im Holzer Ortsrat ging's deutlich zur Sache

Im Holzer Ortsrat ging's deutlich zur Sache

Holz. Vor zwei Jahren hatte die Gemeinde Heusweiler der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensforschung (GIU) den Auftrag erteilt, im Hinblick auf den demografischen Wandel ein Entwicklungskonzept für Heusweiler zu erstellen. Jetzt beraten die Ortsteile der Gemeinde darüber. Am Donnerstag war als erster der Holzer Ortsrat an der Reihe

Holz. Vor zwei Jahren hatte die Gemeinde Heusweiler der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensforschung (GIU) den Auftrag erteilt, im Hinblick auf den demografischen Wandel ein Entwicklungskonzept für Heusweiler zu erstellen. Jetzt beraten die Ortsteile der Gemeinde darüber. Am Donnerstag war als erster der Holzer Ortsrat an der Reihe. Rund 20 Bürger besuchten die Ortsratssitzung.Annika Jochum und Albert Dörr von der Gemeindeverwaltung stellten die Empfehlungen und Einschätzungen der GIU für Holz vor: "Der Bevölkerungsrückgang wird meiner Ansicht nach immer noch nicht richtig wahrgenommen", sagte Albert Dörr. So werde die Bevölkerung in Holz in den nächsten 20 Jahren von derzeit rund 4000 auf 3400 schrumpfen, wobei es immer mehr ältere Leute geben wird.

Qualitativ ausgebaut und langfristig erhalten werden sollten die Kindertagesstätte, die Schule und die Glück-Auf-Halle. Der Sportplatz stehe auf der Kippe. Hier schlägt die GIU vor, dass der Holzer Fußballverein mit Kutzhof und Wahlschied zusammenarbeitet. Dazu Dörrr: "Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Sportvereine in der Gemeinde in Zukunft Bestand haben werden. Nur drei Sportplatzstandorte werden wohl übrig bleiben."

Die Vertreter des SV Holz sind von der Idee, ihren Fußballplatz aufzugeben, natürlich nicht begeistert und möchten Alternativvorschläge in künftige Gespräche einbringen.

Beim Thema Freizeit schlägt die GIU den Ausbau von Rad- und Wanderwegen vor, Bürger sollten stark genutzte Wege benennen. Auch der Spielplatz hinter der Glück-Auf-Halle soll eine bessere Ausstattung erhalten. "Wir haben nur wenige Spielplätze in der Gemeinde, die so zentral im Ort liegen", erklärte Dörr.

Für die Glück-Auf-Halle ist eine "Nutzungsoptimierung" angedacht, will heißen: Trainingszeiten verschiedener Vereine könnten zusammen gelegt werden. Außerdem soll die Innenausstattung der Halle saniert werden.

Beim Dorfgemeinschaftshaus ist die GIU der Meinung, Holz braucht das Haus nicht, weil der Ortsteil auch noch das katholische Pfarrheim und das evangelische Martin-Luther-Haus als Veranstaltungsstätte hat. Hierzu hat der Ortsrat jedoch eine völlig andere Auffassung: "Wer sagt uns, dass nicht auch die Kirchen mal sparen müssen und eventuell ihre Häuser verkaufen. Dann hätten wir in Holz gar keinen Raum mehr für Großveranstaltungen", so Sascha Mund (SPD).

Zum Thema Wohnen schlägt die GIU vor, keine neuen Baugebiete mehr zu erschließen und etwas gegen die zunehmenden Lehrstände zu tun. Eine große Chance bietet sich für Holz beim Thema Gewerbe und Einzelhandel, denn alle Gewerbegebiete der Gemeinde sind belegt, während es am Holzer Wasserturm noch freie Flächen gibt. Auch bei der Infrastruktur und Nahversorgung sei Holz gut aufgestellt und kommt, laut Dörr, direkt hinter dem Ortsteil Heusweiler. "Andere Ortsteile verlieren hier viel mehr", so Dörr. Und Holz hat Besonderheiten, wie die Nähe zum Saarkohlenwald. "Hier könnte es interessant sein, den Freizeitwert auszuweiten", schlug Dörr vor.

Der Holzer Ortsrat beschloss einstimmig, dass zunächst einmal drei Themenschwerpunkte gesetzt und in nachfolgenden Workshops beraten werden. So die Weiterentwicklung des Ortskernes mit Kindertagesstätte, Schule, Seniorenheim, Dorfgemeinschaftshaus und Glück-Auf-Halle, sowie das Gewerbegebiet und der ÖPNV. Wenn das Gemeinde-Entwicklungskonzept in allen Ortsteilen vorgestellt worden ist, werden die Workshops in den Ortsteilen anlaufen. "Wir erwarten, dass weitere Vorschläge aus der Bevölkerung kommen. Aber alles muss ordentlich ausdiskutiert werden. Auch im Hinblick auf die Kosten. Es darf keine Euphorie für Luftschlösser geweckt werden", gab Albert Dörr dem Ortsrat mit auf den Weg.

www.heusweiler.de/

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