Das Gestapo-Gefängnis an der Neuen Bremm Die vergessene „Hölle von Saarbrücken“

Im Gestapo-Gefängnis an der Neuen Bremm folterten die Nazis Hunderte Menschen zu Tode, vor den Augen der Saarbrücker. Wieso findet dieser Ort heute so wenig Beachtung?

  Die Gedenkstätte Neue Bremm. Im Vordergrund das 30 Meter hohe Mahnmal. Die Mauer auf der anderen Straßenseite trennt es von der Stätte. Kaum jemand weiß, was dieser „Mast“ bedeutet. Manche halten ihn für einen Schornstein.

Die Gedenkstätte Neue Bremm. Im Vordergrund das 30 Meter hohe Mahnmal. Die Mauer auf der anderen Straßenseite trennt es von der Stätte. Kaum jemand weiß, was dieser „Mast“ bedeutet. Manche halten ihn für einen Schornstein.

Foto: Robby Lorenz

Auspuffgestank, vorbeifahrende Autos. Zwei stillgelegte, zugemüllte Fußgängerunterführungen. An deren Geländer hängen Werbeplakate für ein Bordell. Menschen sieht man hier nur selten außerhalb ihrer Autos. Ohne den Straßenlärm wäre es bedrückend still. Die Neue Bremm in Saarbrücken ist ein Ort, den die Meisten nur vom Vorbeifahren kennen. Eine lange graue Mauer, auf der die blauen Schriftzüge: „HOSTAL HOSTILE HOTEL HOSTAGE GOSTIN HOSTEL HOSTIL HOST“ stehen. Einige Buchstaben fehlen, wirken als wären sie abgefallen. Die Worte spielen mit den Begriffen Gastfreundschaft und Feind, in verschiedenen Sprachen. „Keiner versteht das ohne Erklärung. Alle denken, das ist Reklame vom Hotel“, sagt Alexandru Damir . Er betreibt das Restaurant „La Mamma“ auf der anderen Straßenseite. Er weiß, was es damit auf sich hat, weil er schon 15 Jahre hier arbeitet. Die Worte markieren den Rand der Gedenkstätte des ehemaligen erweiterten Polizeigefängnisses der Nazis.