1. Saarland

Im 19. Jahrhundert wuchsen die auffallenden Bauwerke

Im 19. Jahrhundert wuchsen die auffallenden Bauwerke

Neunkirchen. Beim alltäglichen Gang durch die Stadt widmet der eingeborene Neunkircher den Bauwerken weniger Beachtung. Das liegt in der Natur der Sache. Der Altbürger weiß, da sind die Neunkircher Kirchen, da und dort sind besonders schöne Fassaden

Neunkirchen. Beim alltäglichen Gang durch die Stadt widmet der eingeborene Neunkircher den Bauwerken weniger Beachtung. Das liegt in der Natur der Sache. Der Altbürger weiß, da sind die Neunkircher Kirchen, da und dort sind besonders schöne Fassaden. Er weiß auch, dass viele Bauwerke seiner Stadt, ob sakral oder profan, im Krieg zerstört oder aus irgendwelchen Gründen baulich verändert wurden. Der Neubürger hingegen wird schon mal genauer hinsehen, was diese Stadt denn an besonderer Architektur zu bieten hat, sofern er an solcherlei Betrachtungsweisen interessiert ist. Er wird an interessanten Bauwerken vornehmlich solche ab der Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts finden. Ganz einfach deshalb, weil ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrie in und um Neunkirchen einen großen Aufschwung nahm und sich die Menschen mehr und mehr in Neunkirchen ansiedelten. Auffällig für den interessierten Neu-Bürger sind dann die beiden Kirchen, die evangelische Christuskirche und die katholische Marienkirche, errichtet zum Ende des 19. Jahrhunderts. Der Neubürger wird aber auch sehr schnell die gesicherte Ruine der neogotischen Stummschen Kapelle (19. Jahrhundert) am Bahndamm entdecken und davor, wie ein strammer Bodygard, der Spitzbunker, ein ausgefallenes Erzeugnis des 20. Jahrhunderts. Desweiteren wird ihm auch das Karl-Ferdinand-Haus am Unteren Markt ins Auge fallen. Die Fachleute, wie der Kunsthistoriker und Architekt Hans-Günther Marschall sowie Kristine Marschall, die in Sachen "Sakralbauten im Saarland" promoviert hat, sprechen im umfangreichen Neunkircher Stadtbuch beim Thema "Bau- und Kunstdenkmäler" vornehmlich vom Historismus.Der Neu-Neunkircher sollte aber auch etwas tiefer in die Materie eindringen. Dann wird er beispielsweise in der Bergstraße (ehemals Knappschaftsstraße) Nr. 4 das Haus eines Architekten Brück entdecken. Diese Villa ist ein besonderes Schmuckstück unter Neunkirchens Bauwerken. Empfohlen seien auch die Haus-Ensembles in der Luisen- oder in der Georgstraße, in der Brauereistraße oder auch am Hüttenberg. Und dann das Neunkircher Glanzstück, die Goethestraße. Hier entsteht auch ganz aktuell ein größerer Neubau, der dann wohl an seinem historischen, architektonischen Umfeld gemessen wird. Schließlich aber wird der Neu-Neunkircher feststellen, dass es überraschend viel an Architektur in der ehemaligen Hüttenstadt zu entdecken gibt, ob nun gotisierende spitzbogige Fenster, Gesimse und Schmuckbänder, Stichbögen, Farbigkeiten und was sonst noch die Architektur zu bieten hat. Da derlei Angebote in Neunkirchen vielfältig sind und hier aus Platzgründen nicht aufgeführt werden können, seien die beiden ausgezeichneten Beiträge im Neunkircher Stadtbuch der Experten Kristine und Hans-Günther Marschall über die Bau- und Kunstdenkmäler in Neunkirchen empfohlen. gm