Illinger Rat: Schulzukunft nicht in Gefahr

Illinger Rat: Schulzukunft nicht in Gefahr

Die Schließung von Illinger Grundschulen ist nicht in Sicht. Dennoch plädiert Bürgermeister Armin König dafür, die Weichen für ein langfristiges Konzept frühzeitig zu stellen. Königs Vorgehensweise brachte ihm Kritik bei SPD und CDU ein.

Illingen will auf lange Sicht seine drei Grundschulstandorte erhalten. Um frühzeitig die Weichen dafür zu stellen, hat sich eine siebenköpfige Arbeitsgruppe der Gemeinde, die Anfang des Monats bei einem Bildungskongress der "Creative Villages in Europe" in Moosburg weilte, Gedanken gemacht. "Der Kongress war keine Theorieveranstaltung, dort gab es konkrete Anregungen", stellte Bürgermeister Armin König am Donnerstagabend im Gemeinderat fest. Er weilte wie auch Ortsvorsteher Helmut Raber sowie einige Ratsmitglieder und Rathausmitarbeiter in Moosburg.

Dass die im Oberbayerischen von der Illinger Gruppe diskutierten Ideen nun auf der Tagesordnung des Gemeinderates standen, schmeckte den beiden großen Fraktionen nicht. Deren Vorsitzende Guido Jost (SPD) und Alfons Vogtel (CDU) mahnten übereinstimmend an, dass ein Arbeitskreis-Ergebnis nicht den ordentlichen Beratungsweg in den Ausschüssen sowie im Gemeinderat selbst vorwegnehmen könne. "Small Talk" in Arbeitskreisen könne dies nicht ersetzen, schalt Vogtel den Bürgermeister. Er wie auch Jost warnten davor, "Ängste zu schüren" im Hinblick auf Schulschließungen. Zumal, wenn das Thema zuvor an die Presse gehe und sich in einem "Bericht" in der Saarbrücker Zeitung niederschlage, so Guido Jost. Damit meinte er eine 16-zeilige Ankündigung der Ratssitzung in der SZ, in der lediglich erwähnt war, dass das Thema auf der Tagesordnung steht.

Keinen Zweifel gab es aber daran, dass aktuell keine Grundschulschließungen in Illingen drohen. Josts Feststellung: "Vor 2017 brennt da nichts an", blieb unwidersprochen. Verwaltungschef König sah dennoch einen Sinn darin, sich frühzeitig mit der Entwicklung auseinanderzusetzen, um nicht irgendwann "Hals-über-Kopf-Entscheidungen" treffen zu müssen. Er plädierte dafür, mehr Autonomie für Schulen wie auch Gemeinden anzustreben. So solle etwa der Gemeinderat die Schulbezirkgrenzen festlegen können. Dann könne man beispielsweise die Grundschüler aus Wustweiler von Hüttigweiler nach Illingen oder Uchtelfangen umlenken und so alle drei Standorte sichern. Auch eine Gebundene Ganztags-Grundschule, so König, würde die Gemeinde weiterbringen.