Illinger Bürgermeister: Saar-Kommunen müssen wegen XXL-Pfarreien gehört werden

Streit um Trierer Bistumsreform verschärft sich : König startet Online-Petition gegen Ackermanns Pfarreien-Reform

Der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) hat am Dienstag angekündigt, im Kampf gegen die Schaffung der katholischen XXL-Pfarreien Lebach und Neunkichen eine Online-Petition mit dem Titel „Wachet auf!“ zu starten.

König hatte dem Trierer Bischof Stephan Ackermann vorgeworfen, die gewachsenen katholischen Strukturen in Illingen zu zerschneiden, wenn die Pfarreiengemeinschaft Uchtelfangen zur Lebacher Großpfarrei und diem Pfarreiengemeinschaft Illingen zur Großpfarrei Neunkirchen kommen solle.

Die politischen Kommunen seien bei diesen Entscheidungen nicht befragt worden. Dabei hätten die saarländischen Städte und Gemeinden in den vergangenen 20 Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag aufgewendet, um Sachkosten, Personalkosten und Investitionen der katholischen Kindergärten zu tragen und zu bezuschussen. Allein die 16 000-Einwohner-Gemeinde Illingen habe in den vergangenen zehn Jahren acht Millionen in die katholischen Kitas gesteckt. Trotzdem hätten Ackermann und sein Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg die Kommunen bei der Pfarreienreform weitestgehend übergangen.

König kündigte an, jetzt mit der Bewegung „Kirchengemeinde vor Ort“ zusammenarbeiten zu wollen. Der Quierschieder Anwalt Harald Cronauer, Sprecher der reformkritischen Bewegung, sagte, dass dieser Schritt Königs „gut und positiv“ sei. Die Bewegung hatte kürzlich gegen die Trierer Reform im Vatikan Klage erhoben.

Auf die Frage der SZ nach einer Stellungnahme zu Königs Kritik erklärte Judith Rupp, Sprecherin des Bischofs Ackermann, dass sie von der Möglichkeit keinen Gebrauch machen möchte, „da wir keine Diskussion mit Herrn Bürgermeister König über die Medien führen werden“.

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