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Ignoranz kann tödlich sein

Ignoranz kann tödlich sein

Saarbrücken. Den Gedanken, man könne selbst an Krebs erkranken, verdrängen die meisten. Um viele Menschen im Saarland zur Darmkrebs-Vorsorge zu bewegen und über Präventivangebote aufzuklären, startet am 2. März das Gesundheitsministerium wieder die Darmkrebskampagne unter dem Motto "Ignoranz kann tödlich sein: Vorsorge rettet Leben"

Saarbrücken. Den Gedanken, man könne selbst an Krebs erkranken, verdrängen die meisten. Um viele Menschen im Saarland zur Darmkrebs-Vorsorge zu bewegen und über Präventivangebote aufzuklären, startet am 2. März das Gesundheitsministerium wieder die Darmkrebskampagne unter dem Motto "Ignoranz kann tödlich sein: Vorsorge rettet Leben". Akteure des Gesundheitswesens, die Kommunen, die Saarbrücker Zeitung, der Sozialverband VdK, die Stiftung "Lebensblicke" und die Gemeinschaft der Magen-Darm-Experten im Saarland unterstützen die Kampagne.

"Stein ins Rollen gebracht"

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kam das Saarland 2007 - aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor - im Bundesvergleich auf die höchste Teilnahmequote an den Vorsorgeangeboten. Dabei wurdenden sowohl präventive als auch heilende Darmspiegelungen erfasst. 16,8 Prozent der Frauen und 15,4 Prozent der Männer nahmen im Saarland die Vorsorgeangebote in Anspruch. Im Vergleich dazu waren es im Bundesdurchschnitt nur 15 Prozent der Frauen und 13,5 Prozent der Männer. "Dies ist der wichtigste Erfolg und ein Verdienst unserer Kampagne", unterstreicht der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Stephan Kolling. Damit sei ein Stein ins Rollen gebracht. Das Saarland als bundesweiter Vorreiter in der Darmkrebsprävention sei anderen Ländern wie etwa Nordrhein-Westfalen und Hamburg ein Vorbild.

Im Saarland können gesetzlich Versicherte ab dem 55. Lebensjahr zwei Darmspiegelungen in Anspruch nehmen. Zudem können gesetzlich Krankenversicherte einmal pro Jahr vom 50. bis zum 55. Lebensjahr kostenlos ihren Stuhl auf verstecktes Blut testen lassen. "Vorsorge ist besonders wichtig, weil diese Krebsart im Frühstadium in der Regel keinerlei Beschwerden hervorruft", betonte Gesundheitsminister Gerhard Vigener. Wenn Krebsleidende Symptome wie Schmerzen, Gewichtsverlust und Müdigkeit verspüren, dann sei es für eine Heilung häufig schon zu spät.

Offenbar sind mehr Saarländer für die Darmkrebs-Vorsorge sensibilisiert worden. Gerade saarländische Männer, die im Ruf standen vorsorgeträge zu sein, haben aufgeholt. 2007 haben sich 2,6 Prozent mehr Männer als im Vorjahr auf Darmkrebs hin untersuchen lassen.

Seit September hat das Ministerium rund 15 000 Saarländern in Anschreiben auf die Darmkrebs-Vorsorge aufmerksam gemacht. 100 000 Faltblätter mit Infos zur Darmkrebsvorsorge liegen in Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern, Gemeinden und Betrieben aus. Auf rund 100 öffentlich zugänglichen Veranstaltungen zwischen dem 2. und 28. März informieren Gesundheitsminister Gerhard Vigener, Fachärzte sowie Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung und der saarländischen Ärztekammer über die Darmkrebsvorsorge. Wie in den Vorjahren ist vom 3. bis 29. März das Darmkrebsmobil im Einsatz, um in Einkaufszentren und auf Wochenmärkten über Vorsorgemöglichkeiten zu informieren.

Darmkrebs zählt mit jährlich 60 000 Krebspatienten zu den am häufigsten festgestellten Krebsarten in Deutschland. Im Saarland erkranken, Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums zufolge, pro Jahr mehr als 1000 Menschen an Darmkrebs, wobei jährlich zwischen 420 bis 450 an den Folgen sterben.

Auf einen Blick

Start der Reihe von Info-Veranstaltungen ist am 2. März um 15 Uhr, in der Höcherberghalle in Bexbach. Dann: Am 4. März um 18 Uhr im großen Ratssaal in Friedrichsthal und im alten Rathaus in Völklingen. Das "Darmkrebsmobil" informiert unter anderem am 3. März auf dem Eppelborner Wochenmarkt und am 7. März vor dem Real-Markt in Saarbrücken sowie am 11. März vor dem Globus-Markt in Völklingen. Am 9. März ab 13 Uhr kann man sich telefonisch unter (0681) 5 01 31 79 beraten lassen. bera