1. Saarland

IGBCE bekommt Zuwachs

IGBCE bekommt Zuwachs

Im September 2012 fusionierte die Ortsgruppe Ostertal der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie mit den Gewerkschaften aus Bubach und Hoof. Aus den ursprünglich 60 Mitgliedern wurden so 114.

Zur großen Mitgliederversammlung mit Jubilarehrung hatte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE)-Ortsgruppe Ostertal am vergangenen Samstag nach St. Wendel eingeladen. Und viele Mitglieder waren dem Ruf gefolgt. Doch anders als in den vergangenen Jahren sah man bei der Versammlung am Samstag einige neue Gesichter. Der Grund dafür: Im September des vergangenen Jahres hatte die Ortsgruppe Ostertal mit den Gewerkschaften aus Bubach und Hoof fusioniert. So wurden aus den ursprünglich 60 Mitgliedern auf einen Schlag 114. "Wir bekamen keinen Vorstand mehr zusammen", erläutert dazu Dieter Edinger, Vorsitzender der IG BCE Ostertal. "Keines der jüngeren Mitglieder wollte diese Aufgabe übernehmen." Und so bestand der existierende Vorstand hauptsächlich aus Rentnern. Für den Vorsitzenden damals ein großes Problem. "Wir wissen doch gar nicht mehr richtig über die aktuellen Arbeitsbedingungen Bescheid." Gerade das sei aber wichtig, um für seine Mitglieder auch kompetent eintreten zu können. Heute kann die Ortsgruppe dies wieder besser tun, denn jetzt besteht die Möglichkeit, auf eine größere Anzahl noch berufstätiger Mitglieder zurückzugreifen. Doch mit der Fusionierung sind noch längst nicht alle Probleme der IG BCE vom Tisch. Vor allem das Ende des Steinkohlebergbaus wirkt sich spürbar aus, so Thomas Kalbe, Sekretär der IG BCE Saarbrücken. Aber auch der demografische Wandel sei ein Thema, mit dem man sich in Zukunft stärker auseinandersetzen müsse.

Doch natürlich waren die Mitglieder der neuen, großen Ortsgruppe Ostertal nicht nur gekommen, um gemeinsam Probleme zu wälzen. Es gab auch einige Gründe zu feiern, einer von ihnen war die Ehrung der Jubilare.

Dabei lag das Hauptaugenmerk auf Willi Gramm, der für 70 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Im Jahr 1943 trat Gramm in die Deutsche Arbeitsfront ein und nutzte so die im dritten Reich einzige bestehende Möglichkeit, sich überhaupt gewerkschaftlich zu organisieren. Mit Ende des Nationalsozialismus kam dann der Wechsel in die Industriegewerkschaft. Bis heute ist Gramm zahlendes Mitglied der IG BCE. "Mir war es immer wichtig, für meine Meinung zu kämpfen", erklärt der heute 83-Jährige seine Beweggründe. "Die Gewerkschaft ermöglicht mir das." Für seine jahrzehntelange Treue dankten ihm Edinger und Kalbe am Samstag und ehrten ihn mit Urkunde und Nadel.

Aber Gramm war nicht der Einzige, der in diesem Jahr sein Jubiläum feiern durfte. Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Industriegewerkschaft wurden Wolfgang Buschauer, Günter Kremp, Siegfried Schauseil und Ulrich Herfried geehrt. Für 25 Jahre Treue wurde Stefan Jung ausgezeichnet.