1. Saarland

IfLiS--Direktor Slotta unterschreibt Resolution gegen Vereinnahmung des Heimatbegriffs durch Populisten

Heimatverbände wehren sich gegen Vereinnahmung des Heimatbegriffs : Saar-Landeskundler wollen Heimatbegriff schützen

Saar-Institut hat Resolution mit dem Bund für Heimat und Umwelt verabschiedet. Es gelte, Umwertung durch Populisten zu stoppen.

Der Direktor des Vereins Institut für Landeskunde im Saarland (IfLiS), Delf Slotta, hat jetzt gefordert, dass es dringend an der Zeit sei, „Haltung zu zeigen für die Heimat“. Das Institut für Landeskunde im Saarland habe jetzt zusammen  mit dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) in Münster  eine gemeinsame Resolution für „einen offenen und zukunftsgewandten Heimatbegriff“ verabschiedet, berichtete Slotta. Der nordrhein-westfälische Heimat-Staatssekretär Jan Heinisch (CDU) ziehe dabei mit. „Wenige Begriffe der politischen Landschaft sind so emotional aufgeladen wie Heimat und Identität“, betonte Slotta. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich ein Verständnis von Heimat entwickelt, das sich bewusst vom Missbrauch des Begriffs durch die Nationalsozialisten abgrenzte. „Heute wird zunehmend wieder versucht, Heimat politisch zu instrumentalisieren, um Personen sowie Gruppen auszugrenzen“, erklärte IfLiS-Direktor Slotta. Der Verband drücke seine Sorge aus, dass extremistische und populistische Parteien in den kommenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen ebenfalls einen rückwärtsgewandten und ausgrenzenden Heimatbegriff nutzen würden, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schwächen.

Auf der Jahrestagung in Münster hätten der BHU und seine Mitgliedsverbände daher eine Resolution für einen weltoffenen und freiheitlich-demokratischen Heimatbegriff, der auf der gesellschaftlichen Teilhabe vieler beruhe, verabschiedet. Darin heißt es unter anderem, dass der Heimatbegriff sicher offen für viele subjektive Färbungen sei, aber nicht geeignet, um andere zu diffamieren. „Heimat entsteht durch das inspirierte Mit-Tun vieler; geprägt vom Mut, sich selbst an kulturelles und gesellschaftliches Wirken heranzuwagen, gleich welchen Geschlechts, welcher ethnischen oder sozialen Herkunft, welcher Religion oder Weltanschauung“, betonen die Autoren der Resolution. Sie fordern, die Sprache nicht den Gegnern einer offenen Gesellschaft zu überlassen. „Denn Worte prägen das Denken. „Aus diesem Grund warnen wir eindringlich davor, diese manipulative Umwertung des Heimatbegriffs durch extremistische und populistische Gruppen hinzunehmen“, heißt es in der Resolution.