1. Saarland

Idyllischer Ort im Freisbachtal

Idyllischer Ort im Freisbachtal

Eitzweiler. Ein Dorf mit nur 240 Einwohnern, keine Gaststätte, keine Poststelle und kein Geschäft, mit lediglich einem landwirtschaftlichen Nebenbetrieb und einem einzigen Handwerker - kann man in einem, einmal salopp gesagt, solchen "Kaff" gut leben? "Und ob", hielt sein Ortsvorsteher Gerald Linn beim Gespräch mit der SZ entgegen

Eitzweiler. Ein Dorf mit nur 240 Einwohnern, keine Gaststätte, keine Poststelle und kein Geschäft, mit lediglich einem landwirtschaftlichen Nebenbetrieb und einem einzigen Handwerker - kann man in einem, einmal salopp gesagt, solchen "Kaff" gut leben? "Und ob", hielt sein Ortsvorsteher Gerald Linn beim Gespräch mit der SZ entgegen. "Wir sind ein idyllischer Ort im Freisbachtal mit einem wunderschönen Wohncharakter, eingebettet in die reizvolle Landschaft des Naturparks Saar-Hunsrück. Unsere Bürger sind sehr kommunikativ, beteiligen sich an unzähligen Aktivitäten und verstehen es, zu feiern, auch mit Gästen aus den Nachbardörfern."

Liebenswertes Dorf

Was macht das kleine Dorf zwischen Freisen und Wolfersweiler so lebens- und liebenswert? Da ist einmal der Spiel- und Festplatz in der Etzwies, der im Laufe des Jahres viel für Feiern und Treffen genutzt wird. Und da ist das Dorfgemeinschaftshaus, in dem früher die Kinder das ABC gelernt haben und das mit seinen verschieden großen Räumen den Vereinen und Privatleuten dient. Da sind die gut ausgebauten Wanderwege rund um das Dorf, für die der Ortsrat 2009 eine eigene Wanderkarte herausgegeben hat. Einer der Wege führt über die Gemarkung "Auf dem Hassel". Dort kann nach Edelsteinen gegraben werden. Ein anderer Wanderweg führt zum Feuchtbiotop am Weg nach Hahnweiler. Oder durch wunderschöne Streuobstwiesen bis hinauf zum Aussichtspunkt, auf dem eine Schutzhütte zum Ausruhen steht. Und Brunnen sprudeln in dem sauberen Dorf am Freisbach, einer auf dem Dorfplatz in der Kuseler Straße, einer in der Eichenstraße.

"Das Engagement unserer Bürger ist beispielgebend", lobte Gerald Linn im Gespräch mit der SZ weiter. "Egal, ob es um den Spiel- und Festplatz geht, um das Aufstellen von Ruhebänken, um die Pflege und Ausschilderung der Wanderwege oder um das Feuchtbiotop geht." Immer könne er, so seine Feststellung, mit Hilfe rechnen, wenn irgendwo etwas angestrichen oder renoviert werden müsse, wenn eine Fläche gemäht oder ein Fest organisiert werden soll. In der zurückliegenden Zeit sei auch ein Bouleplatz angelegt worden. In den vergangenen fünf Jahren haben die Bürger nach der Zählung des Ortsvorstehers 3500 Stunden ehrenamtlich geleistet.

Durch das Angebot an Veranstaltungen unterschiedlicher Art spricht das Dorf Erwachsene, Jugendliche und Kinder an. "Dadurch machen wir unseren Ort attraktiv. Die Bürger pflegen die Kommunikation und identifizieren sich auf diese Weise mit ihrer Heimat", sagte Gerald Linn, der in Gerd Gelzleichter, seinem Stellvertreter im Amt, und in Alwin Saar zwei besonders aktive Mitstreiter hat. "Viele Eigenleistungen müssen erbracht werden, um das Dorf lebenswert zu erhalten. Dabei unterstützen uns die Gemeinde Freisen und auch die Ortsvereine."

2008 hat Eitzweiler im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" die Note "Sehr gut" erhalten, weil es sein Leitbild "Erhalten und bewahren des dörflichen Charakters. Gemeinsam das Dorf bewegen" bisher auf bemerkenswerte Weise verwirklicht hat. Ortsvorsteher Gerald Linn gibt sich optimistisch: "Dieses Ergebnis wollen und können wir 2011 halten."

Auf einen Blick

Eitzweiler im Überblick: Erste Erwähnung Ende des 14. Jahrhunderts, existent vermutlich jedoch bereits im siebten oder achten Jahrhundert; 448 Hektar Gemarkungsgröße, seit 1974 Ortsteil der Gemeinde Freisen, 240 Einwohner, 90 Wohnhäuser, sechs Vereine, fünf Vereine ortsübergreifend mit Asweiler, ein Handwerksbetrieb, ein Landwirt im Nebenerwerb, Dorfgemeinschaftshaus. Ortsvorsteher: Gerald Linn, Eichenstraße 7, Telefon (0 68 57) 66 99. gtr