Ideenschmiede und Organisationszentrale

Sulzbach. Am 17. Juni 2007 trafen sich im Historischen Sulzbacher Herrenhaus 24 Menschen, um den Kunstverein Sulzbach zu gründen. Zwei Jahre später haben sich nicht nur die Mitgliederzahlen verdoppelt, auch die damaligen Visionen wurden Wirklichkeit: Aus Worten wurden Taten

Sulzbach. Am 17. Juni 2007 trafen sich im Historischen Sulzbacher Herrenhaus 24 Menschen, um den Kunstverein Sulzbach zu gründen. Zwei Jahre später haben sich nicht nur die Mitgliederzahlen verdoppelt, auch die damaligen Visionen wurden Wirklichkeit: Aus Worten wurden Taten. "Offen für alle" zu sein, hatte sich der Verein damals auf die Fahnen geschrieben, "Projekte fördern, damit in Sulzbach weitere besonders schöne kulturelle Erlebnisse möglich werden." Damals wie heute versteht sich der Kunstverein als Ergänzung, keinesfalls aber als Konkurrenz zu bestehenden Institutionen und Vereinen. Und: Politik spielt keine Rolle, die Mitglieder wollen gute inhaltliche Arbeit machen. Darum wird man, auch zwei Jahre nach der Gründung des Kunstvereins, vergeblich nach Aktiven suchen, die sich in den Vordergrund spielen - auch das mag, neben den vielen interessanten Projekten und Veranstaltungen - das Geheimnis für den Erfolg des Kunstvereins sein. Einmal in der Woche, immer dienstags, trifft man sich um 19.30 Uhr im Lesesaal der Stadtbibliothek zum "jour fix", auch Nicht-Mitglieder sind dazu herzlich eingeladen. Der "jour fix" ist die Ideenschmiede des Kunstvereins und gleichzeitig der Termin, an dem die praktischen Dinge besprochen werden: Wer hilft wann und wo mit. Zum Beispiel bei der "Offenen Bühne" im Salzbrunnenhaus, auf der sich jeder nach Belieben auf den Brettern, die die Welt bedeuten, künstlerisch ausprobieren kann. Oder bei den Glaskunsttagen, initiiert von Martin Steinert, der sich seit der zweiten Ausgabe auf die Mithilfe des Kunstvereins verlassen kann: "Alleine hätte ich das auf Dauer nicht organisieren können." Oder beim Musiksommer im Innenhof der Salzbrunnenhäuser. Da stemmen dieses Jahr Mitglieder des Kunstvereins die Bierkrüge und greifen damit der Stadt - die Veranstalter des Musiksommers ist - tatkräftig unter die Arme. Oder man plant hochkarätige Ausstellungen in der Aula. Neben den Salzbrunnenhäusern steht dem Kunstverein nämlich auch die Aula zur Verfügung - ein Glücksfall. Diese erhielt auf Anregung von Vereinsmitgliedern im Erdgeschoß anstelle einer ursprünglich geplanten Mehrzweck- und Sporthalle einen Ausstellungsraum, der Künstler aus ganz Europa zu Lobeshymnen hinreißt. Künstler loben die AulaInzwischen hat der Kunstverein mehr etablierte Künstler, die in der Aula ausstellen wollen, als er annehmen kann. Ein sicheres Indiz für Qualität. Überhaupt setzt der Kunstverein auf "Nachhaltigkeit". Arbeitsgruppen zu bestimmten Schwerpunkten (Musik, bildende Kunst, Glaskunsttage, usw.) erarbeiten Veranstaltungsreihen - für spektakuläre Einzelveranstaltungen, deren Wirkung schnell verpufft, ist der Kunstverein nicht zu begeistern. Solide Arbeit wird da geleistet, mit Sachverstand und Ernsthaftigkeit umgesetzt und der Folge, dass die Stadt Sulzbach immer mehr an Strahlkraft über die Region hinaus gewinnt - dank ihrer Kulturprojekte. Doch was machen die Mitglieder des Kunstvereins, wenn sie mal nicht über Kunst reden und Projekte planen? Sie entspannen sich beim gemeinsamen Wandern und tanken Kraft. Auch eine wichtige Voraussetzung für die gemeinsame Arbeit im Verein.Infos zum Kunstverein und den laufenden Projekten gibt es beim Vorsitzenden Heiko Bellon, Telefon (0 68 97) 92 49 40.