Ideen-Futter für die kleinen Dörfer

Ideen-Futter für die kleinen Dörfer

Illingen. Hinterstoder, Moosburg und Zwischenwasser in Österreich sind dabei, ebenso Bled in Slowenien und Marianka in der Slowakei, allesamt Orte die nun wirklich nicht jeder kennt und die der Klassifizierung "kleines Kaff" deutlich näher sind als "Metropole"

Illingen. Hinterstoder, Moosburg und Zwischenwasser in Österreich sind dabei, ebenso Bled in Slowenien und Marianka in der Slowakei, allesamt Orte die nun wirklich nicht jeder kennt und die der Klassifizierung "kleines Kaff" deutlich näher sind als "Metropole". Seit Dezember 2012 gehört nun auch Illingen zu dem Zirkel der ideenreichen Dörfer, die mit Einfallsreichtum statt Moneten punkten wollen.Beinahe durch Zufall ist Bürgermeister Armin König auf die Creative Villages gestoßen. Er lernte Roland Gruber, den österreichischen Zukunftsorte-Initiator und Motor, kennen und begeisterte sich gleich für dessen Vision, die "Kleinen" zusammenzubringen, damit sie gemeinsam Großes schaffen können. Und weil das Ganze ein von der Europäischen Union getragenes Projekt ist, stand vor dem Loslegen erst der mittlerweile positiv beschiedene Aufnahmeantrag bei der EU. Aber nun ist Illingen dabei, der Bürgermeister hat auch bereits an der Auftaktveranstaltung 2013 in Wien teilgenommen, wo sich neben Illingen noch neun der Zukunftsorte präsentieren und austauschen konnten. In der Verwaltung wird der Chef von Dr. Andrea Berger unterstützt, die sich wie König im SZ-Gespräch begeistert zeigte, von den Möglichkeiten der Zukunftsort-Zusammenarbeit.

"Da werden Dinge besprochen, die es bereits gibt und die gut funktionieren", freut sich Berger über Handfestes. Dass es beispielsweise in Zwischenwasser ganz außergewöhnliche Wohn- und Baustile ("mal kein reiner Zweckbau für die Feuerwehr") zu besichtigen gebe, freut Berger ebenso wie König sich für Orte begeistert, deren Besucher mit kostenlosen Leih-Elektro-Fahrrädern ausgerüstet werden.

Illingen wird im kommenden Jahr einen wichtigen Part spielen, wenn es in einer der Zukunftskonferenzen die hiesige Art der Leerstands-Bewältigung vorstellen wird. Wobei es dann weniger um "Illingen-City" und das Höll-Areal ("aber da tut sich auch ganz viel") gehen wird, sondern um den Umgang mit kleineren Malaisen in den Ortsteilen. Für den Treff der Zukunftsorte will Illingen auch noch 40 Bürger rekrutieren und schulen, die quasi als Gästeführer fungieren sollen. Interessenten können sich bei Andrea Berger melden!

Hintergrund

"Zukunftsorte lernen von den Besten und nehmen selbst in vielen Bereichen des kommunalen ländlichen Lebens eine Vorreiter-Rolle ein. Die Zukunftsorte-Plattform ist daher ein Ort des permanenten Austauschs und Know-how-Transfers zwischen den Zukunftsorten und ihren Protagonisten. Dieser Austausch passiert online, im Rahmen von Bildungsveranstaltungen, Kongressen und Workshops und informell bei den vielfältigen Aktivitäten des Zukunftsorte-Netzwerks.

Zukunftsorte entwickeln gemeinsam Ideen und setzen gemeinsam Projekte um, die geografische Nachbarschaft spielt dabei keine Rolle. Sie nutzen die vielfältigen Kompetenzen der einzelnen Gemeinden sowie deren finanzielle und personelle Ressourcen, um so gemeinsam ambitioniertere Projektziele zu erreichen, als das einer Gemeinde alleine möglich wäre."

So definieren sich die Zukunftsorte auf ihrer Internet-Plattform. sl

zukunftsorte.at

illingen.de