1. Saarland

"Ich war erstmal baff"

"Ich war erstmal baff"

Oberlinxweiler. Jakob Mathias bekam ein ganz besonderes Geschenk. Der 17-jährige Zauberer aus Oberlinxweiler traute seinen Augen nicht, als er am Heiligabend das Zauberermagazin "Magie" durchblätterte, das monatlich vom Magischen Zirkel Deutschland herausgegeben wird. "Unter der Rubrik Ehrungen entdeckte ich plötzlich ein Bild von mir", erinnert er sich

Oberlinxweiler. Jakob Mathias bekam ein ganz besonderes Geschenk. Der 17-jährige Zauberer aus Oberlinxweiler traute seinen Augen nicht, als er am Heiligabend das Zauberermagazin "Magie" durchblätterte, das monatlich vom Magischen Zirkel Deutschland herausgegeben wird. "Unter der Rubrik Ehrungen entdeckte ich plötzlich ein Bild von mir", erinnert er sich. "Und dann sah ich die Überschrift und war erstmal baff." Nicht ohne Grund. Jakob wurde vom Magischen Zirkel zum Jugendlichen Magier des Jahres 2011 gewählt. "Eine echte Sensation", sagt sein Vater, Martin Mathias, der ebenfalls begeisterter Zauberer ist. "In der Zaubererbranche ist das so ziemlich die höchste Auszeichnung, die man bekommen kann.Eigentlich lässt sich das sogar mit dem Oscar bei den Schauspielern vergleichen", erklärt er stolz. "Normal wird der Preis nur an Erwachsene vergeben und heißt dann Magier des Jahres", fügt Mutter Tatjana hinzu. "Nur ganz selten wird auch ein Preis an jugendliche Zauberer verliehen."

Langer und mühsamer Weg

Doch bis zu dieser Auszeichnung war es ein langer und manchmal auch ein mühsamer Weg für Jakob. Schon als Kleinkind im Alter von drei Jahren stand er zum ersten Mal mit seinen Eltern auf der Bühne und wirkte im Zauberprogramm mit. "Das hat mir großen Spaß gemacht, und schnell war für mich klar, dass ich damit weitermachen möchte", erzählt er. Danach ging es ganz schnell. Es folgten Auftritte mit seinem Vater, erste Teilnahmen an Deutschen- , dann sogar an Weltmeisterschaften.

Dabei sind Vater, Mutter und Sohn nicht nur im Saarland unterwegs. "Wir treten auf Geburtstagen, Firmenfeiern oder sonstigen Veranstaltungen auf, und das im ganzen Südwesten Deutschlands", sagt Vater Martin.

Was die Zuschauer bei einer Darbietung der "Zaubererfamilie" aber nicht sehen, ist die Vorbereitung, die hinter jedem Auftritt steckt. Bühnenbild, Zusammenstellung des Programms, all das nimmt viel Zeit in Anspruch. Und wie bei Harry Potter und Co. gibt es auch im Hause Mathias regelmäßig Zauberunterricht. "Die vielen Kunststücke und Tricks müssen immer wieder sorgfältig geübt werden, das dauert je nach Schwierigkeit unterschiedlich lange", erklärt Jakob. Eine Besonderheit beim Zaubertraining: Vater und Sohn kontrollieren sich gegenseitig, geben Tipps und Kritik. "Das ist echt toll, wir können uns ergänzen und dabei sogar noch vom jeweils anderen etwas lernen."

Und das viele Üben hat sich gelohnt. Mehrmals schon stand Jakob bei großen Meisterschaften auf dem Siegertreppchen, 2011 gewann er bei der Deutschen Meisterschaft in Leverkusen sogar gleich drei Preise auf einmal. Neben Auszeichnungen in den Bereichen Kartenmagie und allgemeine Magie mit Vortrag, gewann Jakob auch bei der "Mikromagie" einen Preis. "So nennt man das Zaubern mit kleinen Gegenständen, also mit Würfeln, Geldstücken und so weiter", erklärt der 17-Jährige. Das Zaubern am Tisch, also direkt bei den Zuschauern macht Jakob besonders viel Spaß. "So habe ich den direkten Kontakt zu den Zuschauern, sehe sofort ihre Reaktion auf meine Tricks - das ist einfach unbeschreiblich toll und immer wieder aufregend."

Jakobs großer Traum: Das Hobby zum Beruf machen. "Irgendwann hauptberuflich zu zaubern und davon leben zu können, das wäre echt super", schwärmt er.

Jakob Mathias wurde zum Jugendlichen Magier des Jahres gewählt. Foto: privat

Zuerst steht aber noch etwas Anderes auf dem Terminplan von Familie Mathias. Am 15. April veranstaltet Jakob mit seinem Vater im St. Wendeler Saalbau eine "Gala der Meistermagier", bei der Magier aus ganz Deutschland kommen und hier ihr Können zeigen. Die Vorbereitungen laufen bereits, im Februar startet der Kartenvorverkauf.