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"Ich habe Ehrenamt immer als gelebte Nächstenliebe verstanden"

"Ich habe Ehrenamt immer als gelebte Nächstenliebe verstanden"

Saarlouis. "Ich habe Ehrenamt immer als gelebte Nächstenliebe verstanden", erklärte Ursula Grützmacher, die 30 Jahre lang am Marienhaus-Klinikum St. Elisabeth in Saarlouis die Leitung des Ökumenischen Krankenhaushilfsdienstes (OKH) inne hatte. Ihre Nachfolgerin ist nun Birgit Stürmer

Saarlouis. "Ich habe Ehrenamt immer als gelebte Nächstenliebe verstanden", erklärte Ursula Grützmacher, die 30 Jahre lang am Marienhaus-Klinikum St. Elisabeth in Saarlouis die Leitung des Ökumenischen Krankenhaushilfsdienstes (OKH) inne hatte. Ihre Nachfolgerin ist nun Birgit Stürmer.Ein wenig traurig sei sie schon, meinte Grützmacher zur Verabschiedung, dennoch überwiege das Gefühl der Dankbarkeit und der Freude. "Schon als junges Mädchen habe ich in der damaligen St.-Elisabeth-Klinik Sonntagsdienste gemacht", erklärt die Ehrenamtlerin. In der Teeküche helfen oder Gespräche mit Patienten, die keinen Besuch bekamen, führen und sie ein wenig ablenken. 1979 war sie selbst Patientin, und dass sie dabei Hilfe von einer fremden Frau bekam, sei ein Schlüsselerlebnis gewesen. So wurde die damalige Hausfrau und dreifache Mutter 1982 Gründungsmitglied im ÖKH. Nach fünf Jahren Mitarbeit im Führungsgremium übernahm sie 1987 die Leitung für das Team in der St.-Elisabeth-Klinik.

Anfänglich waren es etwa 30 Menschen, die sich im Marienhaus-Klinikum St. Elisabeth engagierten, heute verrichten nur noch etwa 15 Frauen und ein Mann diesen unentbehrlichen Dienst. "Leider können sich die Teammitglieder - bedingt durch die enorme Verkürzung der Liegezeiten - meist nur noch zwei, drei Tage einem Patienten widmen. Wir bieten dennoch weiterhin unsere Zeit an, um kleine Besorgungen zu machen, den Kranken zur Therapie zu begleiten oder für Gespräche", erklärt Grützmacher.

Auch sei im Laufe der Jahre die "soziale Armut" gestiegen. Das heißt, häufig sind keine Familienmitglieder direkt vor Ort, die sich um ihre Angehörigen kümmern können.

Grützmacher ist zuversichtlich, dass der ÖKH auch weiterhin seine Aufgaben wahrnehmen wird. Mit Birgit Stürmer sei nicht nur eine der "Grünen Damen und des Herren" als erfahrene Nachfolgerin gefunden, sie werde auch engagiert, umsichtig und kompetent die Arbeit des ÖKH weiterentwickeln. hth

Auf einen Blick

Der Ökumenische Krankenhaushilfsdienst Saarlouis" (ÖKH) wurde 1982 von Pfarrer Jürgen Stengel und seinem katholischen Kollegen Pfarrer Toni Heidger ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Aufenthalt in den beiden Saarlouiser Krankenhäusern für die Patienten angenehmer und menschlicher zu gestalten. Zu den Aufgabenbereichen zählen in erster Linie das Zuhören und das Gespräch mit den Patienten. Daneben machen die Helfer kleinere Besorgungen, begleiten die Patienten zu den Therapien oder melden auch nur mal ein TV-Gerät an. Zukünftige "Grüne Damen und Herren" werden immer gesucht. red

Kontakt: Telefonnummer (0 68 31) 16 16 62.