Kinderbuchautorin Renate Treinen: „Ich bin kein klassischer Freigeist“

Kinderbuchautorin Renate Treinen : „Ich bin kein klassischer Freigeist“

Die saarländische Autorin Renate Treinen hat ihr zweites Kinderbuch veröffentlicht: „Tammi und die Dorfkids in Namibia“.

Mit gelassenem Gesichtsausdruck sitzt Renate Treinen in einem Saarbrücker Eiscafé und erzählt aus ihrem Leben. Die saarländische Autorin mit der nicht enden wollenden guten Laune hat auch allen Grund, sich zu freuen. Denn inzwischen ist ihr zweites Kinderbuch „Tammi und die Dorfkids in Namibia“ beim Saarbrücker Geistkirch Verlag erschienen. Darin setzt sie sich auf kindgerechte Art mit Wildtierschutz auseinander, ein Thema, das ihr schon sehr lange am Herzen liegt.

„Ich habe sehr viele Bücher über Südafrika gelesen“, erzählt sie. Erschreckend sei dabei unter anderem gewesen, wie dort mit Elefanten umgegangen werde. „Diese Tierart ist in Afrika stark bedroht“, so Treinen. Der eigentlich illegale Handel mit Elfenbein halte dort immer noch an. „Jeden Tag werden dort etwa 80 bis 90 Elefanten getötet“, ist Treinen empört. Auch Schimpansen würden nicht wirklich gut behandelt. Und genau solch’ ein Äffchen ist eine der Hauptfiguren in ihrem Kinderbuch. Es trägt den Namen Dodo, wurde in Namibia von Wildtierdieben gefangen und heimlich nach Deutschland verkauft. Tammi und die Dorfkids retten das Äffchen und bringen es auf eine Straußenfarm in Namibia. Sie wollen unbedingt Dodos Familie finden.

Familie wird auch bei Renate Treinen groß geschrieben. Die Titelfigur Tammi beispielsweise wurde nach ihrer Enkelin Tamara benannt, die als Testleserin agiert. Dies nehme das Mädchen sehr ernst. „Wenn das Buch nicht dem Alter angemessen ist, sind Kinder entweder gelangweilt oder überfordert“, erklärt Treinen. Auch einige Begriffe müsse man zuweilen anpassen, weil sie nicht dem altersgemäßen Wortschatz entsprechen. Doch Tamara scheint die Bücher ihrer Omi zu mögen. „Mein erstes Buch wurde in ihrer Grundschule vorgelesen“, sagt sie mit einem Lachen.

Treinen lacht gerne. Immer wieder plaudert sie aus ihrem abwechslungsreichen Leben. „Mein Sohn sagt immer, ich sei sehr optimistisch“, erklärt sie mit einem Schmunzeln. Zugleich sei sie sehr zielorientiert. „Ein klassischer Freigeist bin ich nämlich nicht“, so die Autorin. Bevor sie sich als Galeristin in Saarbrücken selbständig machte, war sie lange im Bankengeschäft tätig. Nach erfolgreichen Jahren in der Kunstszene arbeitete sie bis zum Frühjahr 2018 als Vertriebsmanagerin in einem großem Konzern.

„Ich hatte schon immer eine lebhafte Fantasie und eine Schwäche für spannende Kindergeschichten“, sagt sie. Doch Beruf und Familie hatten Priorität. Bis ihr Sohn zur Welt kam. Für ihn erfand sie wieder Geschichten. Erst für kleine, dann für größere Kinder. Seit ein paar Jahren schreibt sie für ihre Enkelin. Ende 2016 wurde ihr erstes Abenteuerbuch „Tammi und die Dorfkids“ im Geistkirch Verlag veröffentlicht. Es richtet sich an Kinder ab acht Jahren, ist aber auch zum Vorlesen ab sechs Jahren geeignet. Ihr neues Buch „Tammi und die Dorfkids in Namibia“ eignet sich für Kinder ab zehn Jahren.

Treinen möchte damit Menschen helfen: Ihre Bücher werden nicht nur im Buchhandel und im Internet verkauft, sondern sind auch an den Rezeptionen der 13 Victor’s Residenz Hotels in Deutschland erhältlich. Von den Exemplaren, die dort erworben werden, gehen jeweils an den Verein „Kinderhilfe Organtransplantation (KiO)“.

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