1. Saarland

Husarenritte auf bockendem Rind

Husarenritte auf bockendem Rind

Düppenweiler. Ein Planwagen in der Ecke, amerikanische Flaggen und Büffelschädel an den Wänden und Cowboyhüte, wohin man sieht - auf den ersten Blick wird klar: Die Mehrzweckhalle in Düppenweiler gibt sich für einen Abend der Wildwestromantik hin. Kein Wunder, schließlich werden hier die ersten saarländischen Bullriding-Meisterschaften ausgetragen

Düppenweiler. Ein Planwagen in der Ecke, amerikanische Flaggen und Büffelschädel an den Wänden und Cowboyhüte, wohin man sieht - auf den ersten Blick wird klar: Die Mehrzweckhalle in Düppenweiler gibt sich für einen Abend der Wildwestromantik hin. Kein Wunder, schließlich werden hier die ersten saarländischen Bullriding-Meisterschaften ausgetragen.Weiche LandungNatürlich bekommen es die wagemutigen Hobby-Cowboys nicht mit echten Bullen zu tun, vielmehr müssen sie es mit einer Elektro-Bullriding-Maschine aufnehmen, ein Gerät, das den Ritt auf einem bockenden Rind simuliert. Wie beim echten Bullriding kommt es hier darauf an, sich möglichst lange oben zu halten. Am Ende landet man jedoch nicht im Dreck einer Arena, sondern auf einem weichen Luftkissen. Die Regeln sind überschaubar: "Man darf sich nur mit einer Hand festhalten, sonst ist alles erlaubt", erklärt der neunjährige Florian Spath, der zum ersten Mal auf einem Elektro-Bull sitzt. Sein Freund Raphael Riese, ebenfalls neun, feuert ihn vom Rand her an. "Ich hab das schon ein paar Mal gemacht", sagt er, "aber es ist immer noch sehr schwierig."Zwei Stunden übenVon 18 Uhr bis 20 Uhr dauert die Übungsphase, in der jeder seine Cowboy-Qualitäten testen kann, die er für das darauf folgende Turnier benötigt. Mit fünf Euro ist man dabei, mitmachen darf jeder. An die Wand über dem Elektro-Bull ist ein Film projiziert: Die echten Cowboys aus Amerika machen vor wie's richtig geht.Am Ende hält sich Marcel Müller am längsten im Sattel. Bei den Damen setzt sich Ann-Cathrin Haupert gegen ihre Konkurrentinnen durch."Einen Trick gibt es beim Elektro-Bullriding nicht", sagt Alexander Stürmer, der Betreiber der Rodeo-Maschine. "Das Wichtigste ist, sich nicht zu verkrampfen, sonst fällt man gleich herunter. Es ist nur ein Spiel!" Stürmer steht am Bedienpult und achtet darauf, dass sich niemand verletzt. "Sobald ich sehe, dass jemand fällt, stoppe ich die Maschine. Bisher ist noch nie etwas passiert." Ebenfalls aufs Treppchen kommen Kimberly Reiz und Angelina Wahl, bei den Herren Andreas Viehn (Rissenthal) und Michael Müller (Düppenweiler).