Hundekälte erhöht Salzverbrauch

Hundekälte erhöht Salzverbrauch

St. Wendel. Der Winter war lang und verschneit. Für die Kommunen des Landkreises St. Wendel bedeutete das: der Einsatz von großen Mengen Streusalz, Räumfahrzeuge im Dauereinsatz und jede Menge Stress. Die vereisten Straßen haben in den meisten Kommunen für einen erhöhten Verbrauch von Streusalzes geführt, teilweise hat sich der Verbrauch sogar mehr als verdoppelt

St. Wendel. Der Winter war lang und verschneit. Für die Kommunen des Landkreises St. Wendel bedeutete das: der Einsatz von großen Mengen Streusalz, Räumfahrzeuge im Dauereinsatz und jede Menge Stress. Die vereisten Straßen haben in den meisten Kommunen für einen erhöhten Verbrauch von Streusalzes geführt, teilweise hat sich der Verbrauch sogar mehr als verdoppelt. Im Winter 2011/12 wurden im Landkreis St. Wendel insgesamt 1120 Tonnen Streusalz verbraucht, in diesem Winter waren es 2118 Tonnen.Einen besonders hohen Anstieg des Streusalz-Verbrauchs haben die Gemeinde Nonnweiler und die Stadt St. Wendel zu verzeichen. Otmar Matheis, Baubetriebshofleiter der Stadt St. Wendel, schätzt, dass in diesem Winter mehr als doppelt soviel Streusalz zum Einsatz kam als im zurückliegenden Winter. Der momentane Verbrauch für den Winter 2012/13 liegt bei 450 Tonnen.

Auf insgesamt 413 Tonnen Streusalz kommt die Gemeinde Nonnweiler. Das ist ein plus von 246 Tonnen. Ferdi Jost, verantwortlich für den Winterdienst der Gemeinde Nonnweiler, erklärt diesen Anstieg folgendermaßen: "Da Nonnweiler höher als andere Gemeinden liegt, bleibt auch der Schnee bei uns länger liegen. Dadurch müssen wir dann auch mehr und häufiger streuen."

58 Tonnen Streusalz, die im Winter 2011/12 noch für einen sicheren Straßenverkehr in der Gemeinde Nohfelden sorgten, reichten diese Saison nicht mehr aus. Nach Angaben von Bauhof-Chef Udo Künzer verbrauchte die Gemeinde diesen Winter 180 Tonnen Salz. Die Gemeinde sah sich durch die schlechten Wetterbedingungen in den nördlichen Gebieten der Gemeinde wie Eiweiler, Sötern und Eisen gezwungen, den Verbrauch von Streusalz zu erhöhen. Der Winter 2011/2012 sei milder gewesen, "deswegen haben wir damals im Vergleich zu diesem Winter nicht viel streuen müssen", erklärt Künzer.

Dieser Trend hin zu verstärktem Einsatz von Streusalz ist auch in anderen Kommunen zu beobachten. Erwin Hinsberger, der für den Winterdienst in der Gemeinde Marpingen zuständig ist, sagt: "Im Winter 2012/ 2013 lag der Verbrauch von Streusalz bei 180 Tonnen. Zudem wurden noch 20 Tonnen Splitt gestreut." Das sind 100 Tonnen Streusalz und 10 Tonnen Splitt mehr als noch im zurückliegenden Winter.

Auch in der Gemeinde Oberthal wurde mehr gestreut. "Der Verbrauch von Streusalz stieg von 65 auf 115 Tonnen an. Zusätzlich haben wir zu Splitt gegriffen", berichtet Bauhofleiter Uwe Schuh. Ein höherer Verbrauch an Streusalz fiel auch in der Gemeinde Tholey an. "In diesem Winter haben wir 310 Tonnen Streusalz verbraucht. Im Vorjahr waren es noch rund 100 Tonnen weniger", sagt Eric Hülsberg, Pressesprecher der Gemeinde Tholey.

Seit 2011 fordert der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) von Städten und Gemeinden Geld, wenn er in deren Auftrag Bundes- und Landstraßen, die durch die Orte führen, von Schnee und Eis befreit. Zuvor führte der LfS den Winterdienst auf den Durchgangsstraßen kostenlos aus. Alle Gemeinden des Landkreises St. Wendel handelten Verträge mit dem LfS aus, nur die Gemeinde Namborn stellte sich quer. Namborn klagte, verlor aber. Um dennoch kein Geld für die Räumung zu bezahlen, befreite die Gemeinde in Eigenregie die Straßen von Schnee und Eis. "Da wir auch Bundes- und Landstraßen gestreut haben, erhöhte sich auch unser Verbrauch", erzählt Jörg Rammacher, Fachbereichsleiter für Tiefbau, Baubetriebshof und Abwasserwerk. Die Gemeinde Namborn verbrauchte im Winter 2012/13 250 Tonnen, das sind 110 Tonnen mehr als im vergangenen Winter.

Streusalz musste diesen Winter mit vollen Händen auf die Straßen geworfen werden. Foto: Gentsch/dpa.

Einzige Ausnahme ist Freisen. Hier sorgte der Winter nicht für vermehrten Einsatz von Salz. Die Gemeinde verbrauchte sowohl 2011/12 als auch in diesem Jahr um die 200 Tonnen Streusalz. "Da wir häufig die Straßen räumen, brauchen wir weniger Salz", sagt Roland Klein vom Bauhof Freisen. Außerdem sei man in Freisen auf solche Winter vorbereitet. Seit diesem Winter gelten neue Prioritäten beim Räumen. "Wir räumen zuerst Busrouten und dann die Zufahrten zu den Schulen und Kindergärten", so Klein.

Mehr von Saarbrücker Zeitung