1. Saarland

Hufschmied hoch zu RossMartinsumzüge landauf, landab

Hufschmied hoch zu RossMartinsumzüge landauf, landab

Dudweiler/Sulzbach. Stolz hält er die Zügel seines gefleckten Hengstes. Wolfgang Metz aus Dudweiler ist seit 18 Jahren begeisterter Reiter und macht dieses Jahr einmal mehr Heiligen-Erfahrung. Denn der 34-Jährige begleitet den traditionellen Martinsumzug in Sulzbach und Neuweiler als St. Martin zum 14. Mal. "Zum St

Dudweiler/Sulzbach. Stolz hält er die Zügel seines gefleckten Hengstes. Wolfgang Metz aus Dudweiler ist seit 18 Jahren begeisterter Reiter und macht dieses Jahr einmal mehr Heiligen-Erfahrung. Denn der 34-Jährige begleitet den traditionellen Martinsumzug in Sulzbach und Neuweiler als St. Martin zum 14. Mal. "Zum St. Martinszug gehört immer ein Pferd", sagt der Hufschmied, der sein Ehrenamt gewissenhaft ausübt.

"Henry ist neun Jahre alt und reitet den Martinszug das vierte Mal mit", sagt Metz und streicht dem Pferd über die Nüstern. Das schöne Tier steht mit seinem Vorgängerpferd Pitt in Stallungen in Elversberg. "Henry und ich reiten von Elversberg aus über Bayrisch Zell eine dreiviertel Stunde bis nach Sulzbach", erzählt er, "das Pferd ist ruhiger beim Umzug, wenn wir vorher geritten sind. Einem gebrachten Pferd ist kalt."

Wenn Reiter und Tier ankommen, wird sich in Schale geworfen: "Das Kostüm bekomme ich bei Ankunft und ziehe mich dann um." Der Martinszug beginnt dieses Jahr an der evangelischen Kirche in Sulzbach. Wolfgang Metz und Henry werden über die Mühlenstraße bis zum Ravanusaplatz reiten, gefolgt von der Feuerwehr, und vielen Kindern mit ihren Eltern. "Am meisten Spaß macht es, den Kindern beim Augenmachen zuzusehen", sagt Metz, der hoch zu Ross in historischem Gewand mitten im Fackelzug eine gute Figur machen wird. "Zum Einfühlen in den historischen Martin habe ich wenig Zeit", sagt Metz schmunzelnd, "das Reiten und die Konzentration stehen im Vordergrund", gibt er an. Immerhin wird Henry der Dunkelheit, Fackellichtern, Kinderstimmen und Posaunenklängen ausgesetzt und braucht eine geduldige Hand.

"Beim Umzug benötigt man ein nervenstarkes Pferd mit gutem Charakter, und der Reiter muss immer geduldig reagieren", erklärt Metz. Aus Sicherheitsgründen positioniert sich die Feuerwehr hinter Reiter und Pferd: "Die Feuerwehr spannt ein Seil hinter uns, damit kein Kind mit Fackel das Pferd erschrecken kann. Außerdem schreibt die Versicherung einen Pferdeführer vor", erklärt Metz, "daher wird mein Vater den Henry zusätzlich an der Leine führen."

Doch trotz Konzentration und Anspannung gibt Metz zu: "Der Ritt hat schon was Historisches. Es ist eine Ehre, den Martin geben zu dürfen." Und wenn der Zug feierlich auf dem Ravanusaplatz ankommt, das Martinsfeuer lodert und die Zuckerbrezeln verteilt sind, darf so manch beherztes Kind auch zu Henry und Reiter: "Je nach Stimmung des Tieres lassen wir gerne mutige Jungen und Mädchen auch mal näher ran", sagt Wolfgang Metz.

Nachfolgend die der SZ gemeldeten Umzüge in unserer Region: Die evangelische Kirchengemeinde Sulzbach und die katholische Pfarrgemeinde Allerheiligen Sulzbach laden zum ökumenischen Martinszug ein, der am Sonntag, 8. November, stattfindet. Er beginnt um 17 Uhr mit einem kindgerechten Gottesdienst in der evangelischen Kirche. Danach folgen die Teilnehmer St. Martin, der hoch zu Ross kommt, auf seinem Zug durch Sulzbacher Straßen zum Ravanusaplatz. Dort wird das Martinsfeuer entzündet und der Posaunenchor aus Neuweiler spielt auf. Fünf Martinsgänse werden verlost. Fackeln sollten zu Hause bleiben. Am Dienstag, 10. November, feiert die Pfarrei St. Michael Friedrichsthal das Martinsfest. Es beginnt um 17 Uhr mit einem Wortgottesdienst in St. Josef. Zusammen mit dem Heiligen Martin ziehen Kinder und Erwachsene mit den Laternen zum Hoferkopf, wo das Martinsfeuer entzündet wird. In Maybach findet der Martinszug am 13. November statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr in der Kirche St. Ludwig. Von dort aus geht's durch Stollen-, Quierschieder- und Barbarastraße zum Bürgerhaus, wo das Martinsfeuer entzündet wird.

Am Samstag, 14. November, findet der traditionelle Martinsumzug in Neuweiler statt. Los geht es um 17 Uhr mit einer Einstimmung in der katholischen Kirche St. Hildegard (Eingang Martin-Luther-Straße). Danach beginnt der Laternenumzug, ausnahmsweise vom Sternplatz aus, angeführt von St. Martin mit Pferd. Der ev. Posaunenchor begleitet den Umzug musikalisch. Der Weg führt zum Festplatz, auf dem das Martinsfeuer abgebrannt wird. Wie üblich soll der Weg, den die Kinder gehen, stimmungsvoll beleuchtet werden, indem die Anwohner der Hochstraße und Brennender-Berg-Straße Lichter in die Fenster stellen.

Der Ortsinteressenverein Jägersfreude lädt zum Martinsumzug am Samstag, 7. November, ein. Treffpunkt ist um 17.45 Uhr zum ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche. Alle Kinder die am Gottesdienst teilnehmen, erhalten eine Martinsbrezel. Abmarsch des Umzugs zum Martinsfeuer (Blechhammerstraße) ist um 18.30 Uhr. Die Pfarrei St. Marien Dudweiler veranstaltet ihren Martinszug am Montag, 9. November. 17.30 Uhr. Im Stadtpark findet zuerst eine kleine Feier statt, bei der die Kinder der Turmschule mitwirken. Danach zieht der Lichterzug zur Pfarrkirche mit St. Martin auf dem Pferd an der Spitze. Dort wird das Martinsfeuer entzündet. Gefrorene Gänse werden verlost.

Die Pfarrei St. Josef Fischbach lädt für Dienstag, 10. November, zum Umzug ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr in der Kirche. Dort ist eine Martinsfeier. Der anschließende Umzug führt in die Waldparkanlage.

Die katholische Pfarrei St. Paul Quierschied lädt für Mittwoch, 11. November, zum Martinsumzug ein. Um 17 Uhr ist eine Feier in der Kirche, anschließend der Umzug. Der Martinsumzug der katholischen Pfarrei Maria Himmelfahrt Quierschied ist am Donnerstag, 12. November, 16.30 Uhr. Nach der Andacht in der Kirche ist der Umzug zur Wendeschleife im Eisengraben.

In Göttelborn ist der St. Martinsumzug am Freitag, 13. November. Organisator ist der Pensionärverein. Um 17 Uhr stellen sich die Teilnehmer auf dem IKS-Parkplatz auf. Am Sportplatz zeigen die Kinder der 4. Grundschulklasse eine Darbietung. Es gibt Kinderpunsch und Brezeln. Der Erlös aus dem Verkauf geht an den Hilfsfonds "Bürger helfen Bürgern". red/ll