1. Saarland

Hühnerfeld lässt Karlsbrunn stolpern

Hühnerfeld lässt Karlsbrunn stolpern

Karlsbrunn. Es war beinahe zu spüren, wie breit die Brust beim SV Karlsbrunn vor dem Spiel gegen den SC Viktoria Hühnerfeld war. Schließlich hatte die Mannschaft in der Landesliga Süd bisher alle Spiele gewonnen, teilweise überragenden Fußball gezeigt. Trainer Carlo Altmeier hatte sogar den leisen Wunsch geäußert, alle Spiele in dieser Saison zu gewinnen

Karlsbrunn. Es war beinahe zu spüren, wie breit die Brust beim SV Karlsbrunn vor dem Spiel gegen den SC Viktoria Hühnerfeld war. Schließlich hatte die Mannschaft in der Landesliga Süd bisher alle Spiele gewonnen, teilweise überragenden Fußball gezeigt. Trainer Carlo Altmeier hatte sogar den leisen Wunsch geäußert, alle Spiele in dieser Saison zu gewinnen. Dass der Tabellenzweite Hühnerfeld schon am Sonntag diesem Plan einen Strich durch die Rechnung machen würde, damit rechneten die Wenigsten. 3:1 (2:0) siegte der Verfolger in Karlsbrunn.Doch die Anfangsphase gehörte den Gastgebern. Vor 200 Zuschauern stand Hühnerfeld tief und ließ den Favoriten kommen. "Wir hatten das System umgestellt und uns die ganze Woche darauf vorbereitet", sagte Viktoria-Kapitän Sascha Schaum. Und der Gastgeber hatte damit durchaus Probleme. Die Offensive mühte sich zwar, aber viel zu selten schien ein Plan dahinter zu stecken, zu oft waren es Einzelaktionen statt konzertierter Angriffe. Und von Minute zu Minute kam die Viktoria ins Spiel. Die ließ zwar nicht von ihrem Konzept ab, den Gegner beständig unter Druck zu setzen, konterte aber nun immer mutiger. So auch in der 17. Minute. Schaum war nach einem der vielen Karlsbrunner Ballverluste an den Ball gekommen, ließ drei Gegenspieler aussteigen und traf zur Führung für den Tabellenzweiten. Und statt sich nun endgültig zurückzuziehen, hielt Hühnerfeld das Pressing aufrecht, während sich die zu vielen, zu simplen Abspielfehler bei Karlsbrunn häuften.

Eine einzige gefährliche Aktion kam so in der ersten Halbzeit zustande, als Manuel Haag aber zu ungenau köpfte. Und das Pressing der Viktoria sollte erneut belohnt werden. Thorsten Neuwirth hatte auf der Seite gut nachgesetzt, der Ball kam zu Andreas Uhl und der scherte sich nicht um den schier unmöglichen Winkel und traf zum 2:0 (40.). Eine verdiente Führung für Hühnerfeld und zu wenig für die Ansprüche des SVK.

"Hühnerfeld hat es heute einfach mehr gewollt als wir", sagte Haag. Dennoch kam der Tabellenführer motiviert aus der Kabine, doch das Spiel krankte weiter an vielen kleinen und größeren Fehlern. Und das kam Hühnerfeld höchst gelegen. Immer wieder gelang es, das Spiel möglichst weit vom eigenen Strafraum zu halten. Und wenn sich die Möglichkeit bot, kombinierten Hühnerfeld sehr gefällig und zugkräftig nach vorne.

Kurze Hoffnung für Karlsbrunn

"Taktisch hat meine Mannschaft die Vorgaben zu 100 Prozent erfüllt", freute sich SC-Trainer Marc Ecker. Und noch bevor der SVK zu seiner zweiten Gelegenheit kam, hätte Schaum beinahe auf 3:0 erhöht (56.). Karlsbrunn suchte immer noch nach einem Plan. Erst eine Viertelstunde vor Schluss wurde es effektiver. Erst scheiterte Daniel Jochum knapp, dann war es Haag mit einem Schuss aus 14 Metern, der tatsächlich zum Anschluss traf (76.).

 Hühnerfelds Andreas Uhl (unten) jubelt mit Kapitän Sascha Schaum über sein 2:0 im Landesliga-Spitzenspiel beim Tabellenführer SV Karlsbrunn.Foto: Thomas Wieck
Hühnerfelds Andreas Uhl (unten) jubelt mit Kapitän Sascha Schaum über sein 2:0 im Landesliga-Spitzenspiel beim Tabellenführer SV Karlsbrunn.Foto: Thomas Wieck

Und plötzlich schien doch noch etwas möglich für Karlsbrunn. Zumindest für vier Minuten. Dann nämlich hatte Hühnerfeld den alten Abstand wieder hergestellt. Wieder stimmte die Zuordnung nicht, Uhl legt quer auf Neuwirth, der in aller Ruhe zielen und schießen konnte. Und während der Tabellenführer die erste Niederlage hinnehmen musste, hat Hühnerfeld den Abstand immerhin auf sechs Punkte verkürzt - und das nicht unverdient. "Wir müssen jetzt sehen, dass wir unsere Lehren aus den Eindrücken von heute ziehen", sagte Altmeier.