Hubschrauber für Uniklinik in Homburg frühestens ab Juli

Luftrettung : Hubschrauber für Uniklinik frühestens ab Juli

Die Luftrettung hatte das Transportgerät zum 1. April beantragt. Doch weder das Saarland noch Rheinland-Pfalz entscheiden darüber, solange eine Bedarfsanalyse für die Region Westpfalz/Saarland läuft.

Der erhoffte Intensivhubschrauber fürs Homburger Uniklinikum kommt – wenn überhaupt – nicht so schnell wie beantragt: Die DRF Stiftung Luftrettung hätte eine speziell ausgestattete Maschine gerne ab dem 1. April 2019 für vier Jahre eingesetzt und auf dem Gelände des Zweibrücker Flughafens stationiert. So hatte sie es am 7. November beim rheinland-pfälzischen Innenministerium in Mainz und am 23. November beim Pendant in Saarbrücken beantragt. Einen Bedarf von mehreren hundert Klinik-zu-Klinik-Patiententransporten pro Jahr hatte man dort ausgemacht.

Dass es nun später wird, hängt damit zusammen, dass beide Bundesländer kurzfristig eine Analyse in Auftrag gegeben haben, um den generellen Bedarf eines zusätzlichen Luftrettungsmittels (sprich: Rettungshubschrauber) für die Westpfalz und das Saarland zu klären. So lange diese läuft, wird in Sachen des DRF-Antrags nichts entschieden, lassen die Ministerien laut Luftrettung durchblicken. Auch weil bundesland-übergreifender Abstimmungsbedarf bestehe.

Hintergrund: Der Mitbewerber der DRF-Luftrettung, die Johanniter-Luftrettung, hatte am 22. Oktober 2018 einen Hubschrauber für Patientenverlegungen am Westpfalz-Klinikum in Sembach bei Kaiserslautern stationiert, der seitdem eine dreistellige Zahl an Notfalleinsätzen geflogen ist. Das ist möglich, weil eben in Notfällen auch Transporthubschrauber Rettungseinsätze fliegen dürfen. Allerdings sehen viele in dem Vorgehen die von der Kommunalpolitik in der Westpfalz seit Jahren geforderte Installation eines Rettungshubschraubers durch die Hintertür. Die Maschine läuft im Probebetrieb.

Nachdem Rheinland-Pfalz zunächst trotz der vielen Einsätze des Johanniter-Hubschraubers keinen Bedarf für eine zusätzliche Rettungsmaschine in der Region gesehen hatte, hat man in Mainz dieser Tage eine Kehrtwende vollzogen. „Das rheinland-pfälzische Innenministerium unterstützt die Stationierung eines weiteren Rettungshubschraubers für die Westpfalz und das Saarland“, heißt es in einer Pressemitteilung. Allerdings müsse erst „eine entsprechende Bedarfsanalyse die Notwendigkeit eines zusätzlichen Luftrettungsmittels bestätigen“.

Diese Expertise solle „die vorliegenden rheinland-pfälzischen und saarländischen Daten zusammenführen und bewerten“ und bis Ende Juni dieses Jahres vorliegen. „Wird dabei ein Stationierungsbedarf festgestellt, wird anschließend eine europaweite Ausschreibung gemeinsam mit den Krankenkassen durchgeführt“, schreibt das Mainzer Innenministerium weiter. Vorab hätten „zwischen allen Beteiligten, dazu gehören die Landkreise Donnersbergkreis, Kaiserslautern und Kusel sowie die Rettungsdienstbehörde und die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen, […] bereits eine Vielzahl konstruktiver Gespräche stattgefunden“.

Wenn die Bedarfsanalyse wie „von den Beteiligten erhofft“ bestätigt, dass ein Rettungshubschrauber in der Region fehlt, solle die Analyse auch den optimalen Standort ermitteln. Erstellen sollen das Gutachten laut saarländischem Innenministerium Experten aus dem eigenen Haus und dem in Mainz.

Was passiert, wenn dabei herauskommt, ein Rettungshubschrauber ist nötig, aber optimal etwa in Sembach untergebracht, wo schon die Maschine der Johanniter steht? Wäre dann automatisch auch der beantragte Transporthubschrauber der Luftrettung gestorben? Nein, lässt das Saar-Ministerium durchblicken. Auch ein solcher am Uniklinikum in Homburg bleibt möglich – selbst wenn in der Region dann zusätzlich ein Rettungshubschrauber fliege. Und was dessen angedachte europaweite Ausschreibung angeht: Hier hat die DRF-Luftrettung bereits vorsorglich Interesse angemeldet. Auch auf dieses Transportmittel will man sich bewerben.

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