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Wanderung
Mit dem Landrat auf den Spuren des Bergbaus wandern

Mit dem Landrat geht es an den Höcherberg.  
Mit dem Landrat geht es an den Höcherberg.   FOTO: Wolfgang Henn
Frankenholz. Nun werden zum sechsten Mal die Stiefel geschnürt für die Wanderung mit dem Landrat im Jubiläumsjahr „200 Jahre Saarpfalz-Kreis“. Ausgangspunkt der Tour ist am Samstag, 20. Oktober, um 10 Uhr das Bürgerzentrum in der Pfarrer-Layes-Straße 3 in Frankenholz.

Gemeinsam mit dem Bexbacher Bürgermeister Thomas Leis wird Landrat Theophil Gallo rund zehn Kilometer in und um den Bergbauort am Höcherberg wandern. Am Treffpunkt wird Ortsvorsteher Rudi Müller die Wandergruppe auf die Strecke schicken. Die Tour wird unter fachkundiger Leitung von Hubert Röder und Holger Schwarz vom Verein für Heimatkunde Höcherberg begleitet, heißt es bei der Kreisverwaltung.


Die Rundwanderung führt teilweise über den Tilemann-Stella- beziehungsweise den Marienweg sowie den Frankenholzer Grubenweg. Namensgeber für den Tilemann-Stella-Weg ist der deutsche Universalgelehrte Tilemann Stella, der in der Renaissance als Kartograf auch am Höcherberg unterwegs war. Er erstellte erstmals detaillierte Karten der Ämter Zweibrücken und Kirkel im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.

Vom Ausgangspunkt am Bürgerbrunnen und der nahegelegenen Lourdes- Grotte vor der Kirche St. Josef führt die Route zum denkmalgeschützten Grabmonument von August Ferdinand Culmann (1804-1891). Der Gründer der Grube Frankenholz war 1848/49 Abgeordneter des ersten frei gewählten Parlaments in Deutschland, der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Anschließend geht es weiter durch den Buchwald auf den Marienweg und dort vorbei an dem Marien-Bildstock zum romantischen Feilbachtal bis zum Marien-Marterl der Familie Hau. Schöne Streuobstwiesen und Aussichten auf Frankenholz mit den dominierenden Bezugspunkten Kirche und Schillerschule begleiten die Strecke.



Passiert wird auch die Gemarkung „Toter Krieger“: Die Bezeichnung geht wohl auf den 30-jährigen Krieg zurück, als hier spanische, niederländische und kroatische Truppen marodierend und brandschatzend unterwegs waren. Am Wegesrand finden sich unter anderem ein Baummarterl von Walter Hau, gestaltet nach dem Vorbild ähnlicher Gedenkstätten in Bayern, sowie ein Gedenkkreuz für Bergleute. Weitere Etappenziele sind unter anderem die Überreste der ehemaligen „Luftbahn“, die von der Grube Frankenholz aus die Kohle zum Bexbacher Bahnhof beförderte, sowie die ehemaligen Grubenschächte im Klemmloch. Hier waren in der Anfangszeit des Bergwerks kleinere Sondierungsgrabungen zum Nachweis von Kohlevorkommen durchgeführt worden. Erst auf einem Hang über dem Klemmloch fand August Culmann abbauwürdige Flöze. 1879 wurde mit der Abteufung des ersten Schachtes begonnen.

Als der Grubengrüner 1891 starb, wies „seine“ Grube bereits eine beachtliche Bilanz auf: Die Belegschaft zählte 563 Beschäftigte, und es waren 82.100 Tonnen Kohle zutage gefördert worden. Ihre Glanzzeit hatte Frankenholz zu Saargebietszeiten: Beinahe 3000 Bergarbeiter zählte die Grube seinerzeit. Im Verlauf der Wanderung werden zudem Karls- und Frankenbrunnen, das frühere Schlafhaus sowie die ehemalige Waschkaue angesteuert, heißt es in der Mitteilung weiter.

Für die rund zehn Kilometer lange Wanderung wird festes Schuhwerk empfohlen.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden Interessierte gebeten, bei der Saarpfalz-Touristik anzumelden, Adresse: Paradeplatz 4, 66440 Blieskastel, Telefon: (0 68 41) 1 04 71 74, Internet: www.saarpfalz-touristik.de, E-Mail: touristik@saarpfalz-kreis.de.