| 20:05 Uhr

Konzert vor vollem Haus
Den Zauber Russlands spüren

 Der Schwarzmeer Kosaken-Chor rund um Peter Orloff begeisterte die zahlreichen Gäste mit russischen Volksliedern, religiösen Werken und klassischer Musik und sorgte so für einen stimmungsvollen Abend in Oberbexbach.
Der Schwarzmeer Kosaken-Chor rund um Peter Orloff begeisterte die zahlreichen Gäste mit russischen Volksliedern, religiösen Werken und klassischer Musik und sorgte so für einen stimmungsvollen Abend in Oberbexbach. FOTO: Bill Titze
Oberbexbach. Der Schwarzmeer-Kosaken-Chor um Peter Orloff begeisterte die Zuhörer beim ausverkauften Konzert in der Kirche Oberbexbach. Von Bill Titze

Große Emotionen, mitreißende Musik und ein Hauch von der großen, weiten Welt – wer den Auftritt des Schwarzmeer-Kosaken-Chors rund um Schlagerstar Peter Orloff in der evangelischen Kirche in Oberbexbach erlebte, dürfte ihn so schnell nicht vergessen. Das lag vor allem am Chor selbst, aber auch an der tollen Atmosphäre in der Kirche, schließlich war diese komplett besetzt.


Kein Wunder also, dass Organisator Norbert von Blohn, Vorsitzender des Stadt-Kulturverbandes Bexbach, mehr als zufrieden mit dem Besuch des Konzertes war. „Auf die Resonanz bin ich schon sehr stolz. Ich habe den Chor schon einmal vor Jahren gehört und wollte ihn danach unbedingt für uns gewinnen“, erzählt von Blohn, wie es zum Engagement des bekannten Ensembles gekommen war.

Und die Schwarzmeer-Kosaken sollten in rund zwei Stunden eindrucksvoll beweisen, dass sie von ihrem Können über die Zeit nichts eingebüßt haben. Zu diesem Können gehört bei diesem Chor aber nicht nur der Gesang an sich, sondern auch eine gewisse Theatralik, die die Auftritte der Kosaken so besonders macht. Mimik und Gestik der Sänger lassen die Musik noch eindrücklicher erscheinen und sorgen so für ein echtes Erlebnis. Das war in Oberbexbach nicht anders und so wurde dort ein Stück russischer und ukrainischer Lebensart greifbar.



Zu dieser Lebensart gehört ohne Frage der Glaube, der auch an diesem Abend eine gewisse Rolle spielte. „Wir spielen sehr oft in Kirchen und natürlich haben religiöse Beiträge in unserem Programm eine große Bedeutung“, bestätigt Peter Orloff im Gespräch.

Gerade im ersten Abschnitt des Konzerts konnte man einige Stücke aus der kirchlichen Liturgie genießen, wie beispielsweise das „Vater unser“ nach Nikolai Rimsky-Korsakow oder das „Ave Maria“ nach Franz Schubert. In einem Konzert, in dem russisches Brauchtum die Grundlage darstellte, durfte natürlich die berühmte Zarenhymne nicht fehlen, die von 1833 bis 1917 als Nationalhymne des russischen Kaiserreichs fungierte.

Neben kirchlichen Gesängen und russischen Volksliedern stand aber auch klassische Musik auf dem Programm. Und nicht irgendwelche, sondern das berühmte und besonders anspruchsvolle „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini, „eine Perle der klassischen Musik“, wie es Orloff ausdrückte. Dieses Stück war aber nicht nur in puncto musikalische Qualität mit Sicherheit einer der Höhepunkte des Konzerts, sondern auch in emotionaler Hinsicht, wenngleich aus traurigem Anlass.

Denn vor Kurzem waren mit Bass Stefan Wassilew und Tenor Wladimir Kuzmenko zwei Mitglieder des Chores verstorben, wobei Kuzmenkos Paradestück eben jenes Nessun dorma war. So übernahm Tenor Fjodor Kunitsky den Part des Solisten und wurde für seinen hervorragenden Auftritt vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert.

Allein schon für diesen Gänsehautmoment hätte sich ein Konzertbesuch wohl gelohnt, aber der Auftritt war zur Freude der Zuhörer noch lange nicht vorbei. In der Folge sorgte der Schwarzmeer-Kosaken-Chor mit vielen russischen Volksliedern für Stimmung, wie zum Beispiel „Auf der Straße nach St. Petersburg“ oder dem „Kosaken-Reitmarsch“. Eine rundum gelungene Veranstaltung also, die den Zuhörern den Mythos „Russland“ etwas näher brachte.