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Kreiskrankenhaus
Zwei Krankenhäuser tun sich zusammen

Für das Kreiskrankenhaus St. Ingbert stehen große Veränderungen an.
Für das Kreiskrankenhaus St. Ingbert stehen große Veränderungen an. FOTO: Selina Summer
Homburg/St. Ingbert. Dem Zusammenschluss des Kreiskrankenhauses St. Ingbert und des Klinikums Saarbrücken bis 2019  steht nichts mehr im Wege. Von Selina Carolin Summer

Das Kreiskrankenhaus in St. Ingbert und das Klinikum Saarbrücken schließen sich zusammen. Eine gemeinnützige Trägerschaft aus dem Saarpfalz-Kreis und der Landeshauptstadt  für die beiden kommunalen Häuser war schon Anfang des Jahres im Gespräch. Im Land gibt es bereits  einige Zusammenschlüsse, etwa die SHG-Kliniken oder Einrichtungen kirchlicher Träger. Die beiden Häuser passen gut zueinander, finden die Verantwortlichen. Das gelte für die Fachabteilungen wie die technischen Abteilungen. Ebenso gelte derselbe Tarifvertrag. Auch aus organisatorischer Sicht lohne sich die Zusammenarbeit, glaubt also der Geschäftsführer des St. Ingberter Kreiskrankenhauses (KKH), Thorsten Eich.


Angst vor Schließungen oder Arbeitsplatzverlust müsse dabei niemand haben. Ganz im Gegenteil. Das Kreiskrankenhaus werde nicht nur erhalten bleiben, sondern das Angebot qualitativ verbessert, so Landrat Theophil Gallo. Wohnortnähe für die Patienten sei eines der Ziele. Im Krankenhausplan des Saarlandes seien für das KKH zehn zusätzliche Betten für die Orthopädie und Unfallchirurgie und drei weitere für die HNO-Abteilung eingeplant. Mitarbeiter müssten entlastet und mehr Kräfte eingestellt werden. Schon jetzt beschäftige das Kreiskrankenhaus mehr Menschen, als die Krankenkassen zu finanzieren bereit sind. Die Gelder hierfür würden zum Beispiel durch reduzierte Energiekosten, etwa durch das Blockheizkraftwerk, an anderer Stelle eingespart. Thorsten Eich weiß, dass die Zahlen trotzdem noch nicht optimal sind. In Zukunft solle sich das ändern.

Seit 2015 geht es mit dem Kreiskrankenhaus wieder bergauf. Nicht immer war in den Jahren zuvor gutes zu hören. In den letzten drei Jahren hat sich jedoch viel getan. Die Einrichtung schreibt schwarze Zahlen. Im Moment ist sie noch zu  100 Prozent vom Saarpfalz-Kreis finanziert, aber auch das soll sich in den nächsten drei bis vier Jahren ändern. „Wir schwimmen uns frei“, sagt Landrat Gallo. So stehen für 2019 Baumaßnahmen an. Die Aufzüge werden erneuert, dann die Treppenhäuser inklusive dem Brandschutz. Anschließend geht es an die Stationssanierung. Im laufenden Betrieb wird je eine Hälfte der Stationen umgebaut, während auf der anderen der Alltag weiter geht. Erneuerungen und Renovierungen stehen zusätzlich auf dem Plan. So wird bis Weihnachten die Akutgeriatrie ohne Patienten sein, so dass dort bis zum neuen Jahr gestrichen, Türen ausgetauscht und ein neues Farbkonzept umgesetzt werden kann. Die Personenaufzüge wurden bereits überholt, gemeinsam mit den Technikern des Klinikums Saarbrücken.



Die Zusammenarbeit mit dem „Winterberg“ ist nicht neu. Im medizinischen Bereich agieren die beiden Einrichtungen schon eine Weile miteinander. Der leitende Arzt der Allgemeinchirurgie kam im Mai aus Saarbrücken nach St. Ingbert und wird nun fest für das Kreiskrankenhaus tätig sein. Es finden weniger Personalwechsel statt, was sich auch auf die Belegung der Station auswirkt. Im November waren alle Betten belegt.

Geplant ist außerdem eine Zentralisierung der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte. Die OP-Geräte bringe ein spezieller Transport nach Saarbrücken, wo eine entsprechende Reinigung erfolgt. Am Folgetag kommen sie zurück nach St. Ingbert. Den Transportdienst übernimmt vermutlich die haustechnische Abteilung des Kreiskrankenhauses. Patienten, die in Saarbrücken operiert wurden, sollen heimatnah in St. Ingbert in Reha gehen können. Das entlaste sowohl Patienten und Angehörige, so Eich.