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Zusammenspiel von Mensch und Natur

Einöd. Wanderer und Spaziergänger finden dort eine einzigartige Kulturlandschaft vor: Die Hochebene bei Einöd bietet die Möglichkeit, auf den verschiedensten Wanderwegen Natur pur zu entdecken. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Blies-Wanderweg, Jakobsweg, Rundwanderweg Kirrberg, Bliesgau-Ölweg - wer sich auf der Hochebene zwischen Schwarzenacker, Einöd, Mörsbach und Kirrberg auf die Wanderfüße macht, der hat viele Möglichkeiten, eine einzigartige und beeindruckende Kulturlandschaft zu entdecken. Schlagzeilen machte das schöne Fleckchen Erde in den zurückliegenden Wochen vor allem wegen der Diskussionen zum Windpark "Auf der weißen Trisch", jenseits dieser Kontroversen sollte dieses feine Stückchen Scholle aber vor allem als Wander- und Spaziergängergebiet von sich reden machen. Denn über das Jahr hinweg lässt sich hier ganz konzentriert und unmittelbar das Zusammenspiel von Mensch und Natur im Wechsel der Jahreszeiten erleben, Landwirtschaft prägt die Flächen im Rhythmus von Saat und Ernte.

Dazwischen finden sich immer wieder Inseln unberührter Natur, quicklebendige und bunte Feldränder und malerisch gelegene Gehöfte wie der Nonnenbusch-Hof, der wie eine Insel umgeben von Bäumen auf einer Anhöhe im Feldermeer liegt. Und noch etwas findet man oft dort inmitten der Natur und quasi am Wegesrand, namentlich einen kräftig anpackenden Landwirt Hans Pick, zusammen mit seiner Schwester Chef des Berghofs Einöd und damit auch der "Bliesgau Öl- und Senfmühle". Als solcher hatte er schon vor einigen Jahren die Idee, den Bliesgau-Ölweg als Erlebnis-Wanderweg ins Leben zu rufen. Und genau für diesen Weg begannen Hans Pick und sein Vater Friedrich am Samstag, passend zum Beginn der Saison für geführte Touren, Hinweis-Schilder zu den einzelnen Ölpflanzen-Sorten aufzustellen, die der Hof entlang der Route anbaut. "Zu einem gibt es in der Nähe unseres Hofes ein Schaufeld mit den einzelnen Sorten als Überblick, entlang des eigentlichen Weges kann man dann mit Hilfe weiterer Infotafeln erleben und ersehen, was auf den eigentlichen Feldern an unterschiedlichen Ölpflanzen wächst", erläuterte Pick am Samstag. Und die Liste ist lang und spannend: Vom Klassiker Mariendiestel über Raps, Leinsamen, und Mohn bis hin zu Exoten wie Niger-Saat oder Sudan-Gras ist nahezu alles zu finden. Auf diese ungewöhnliche Reise durch die Welt der Ölpflanzen kann man sich alleine machen - oder man vertraut sich einer geführten Wanderung des Biosphärenvereins in Person von Landschaftsführer Peter Hartmann an, der über drei Stunden - die reine Wanderzeit beträgt eineinhalb Stunden - Schönheit und Nutzen dieses besonderen Teils der Landwirtschaft erklärt.

Und gerade das Thema Schönheit kommt zwischen Einöd, Schwarzenacker, Mörsbach und Kirrberg nicht zu kurz. Geschwungene Landschaften, malerische Wegführungen, fast schon pittoreske Bilder im Stile des englischen Malers William Turner prägen die Eindrücke, die man auf den unterschiedlichen Routen gewinnt, ganz gleich, ob auf dem Bliesgau-Ölweg, dem Rundwanderweg Kirrberg oder den anderen wunderschönen Strecken. Da verwundert es nicht wirklich, dass es für Landwirt Hans Pick keinen schöneren Ort auf der Welt gibt. Und er gesteht dabei: "Das ist schwer in passende Worte zu fassen, man muss es einfach selbst erleben."