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Zeigt her eure Hausmannskost

In Mannheim organisierte Dobriban ein ähnliches Projekt. Teil war ein öffentliches Essen.
In Mannheim organisierte Dobriban ein ähnliches Projekt. Teil war ein öffentliches Essen.
St. Ingbert. Arpad Dobriban will die Hauskocherei, die traditionelle regionale Hausmannskost und ihre Zubereitung retten. Der Düsseldorfer Künstler will den originalen, unverfälschten Geschmack alter Gerichte festhalten und sie jungen Menschen näher bringen. Die traditionelle Küche zurückholen in ihre Heimat Von SZ-Redakteur Florian Rech

St. Ingbert. Arpad Dobriban will die Hauskocherei, die traditionelle regionale Hausmannskost und ihre Zubereitung retten. Der Düsseldorfer Künstler will den originalen, unverfälschten Geschmack alter Gerichte festhalten und sie jungen Menschen näher bringen. Die traditionelle Küche zurückholen in ihre Heimat. Sein Mittel zum Erfolg sind dabei Recherche- und Koch-Projekte, die der gebürtige Ungar schon in zwei deutschen Städten, in Ungarn und in den USA durchgeführt hat.



Nun plant Dobriban - in Zusammenarbeit mit der Stadt St. Ingbert - ein Projekt im Bliesgau, das gestern im St. Ingberter Rathaus vorgestellt wurde. Unter dem Namen "Kochkunst und Esskultur: Hauskocherei im Bliesgau" will der Künstler den Bliesgau erschmecken und für die Jugend erlebbar machen. Dazu will Dobriban sich mit möglichst vielen Bürgern treffen, sie interviewen, Rezepte erfahren und zusammen mit den Bürgern kochen. "Schon jetzt haben sich 30 Leute aus der Region bei mir gemeldet, mit denen ich zusammenarbeiten will", erzählt der Künstler, "vier Interviews wurden schon geführt". Dobriban sucht aber immer noch Menschen, die ihm traditionelle Gerichte aus der Region zeigen und mit ihm zusammen kochen wollen. "Ich habe noch keine Vorstellung vom saarländischen Essen, ich werde mich da überraschen lassen", sagt Dobriban. Wichtig ist dem Künstler, dass fast ausschließlich regionale Produkte verarbeitet werden.

In einem zweiten Teil des Projekts soll ein öffentliches Essen veranstaltet werden. Bei diesem Essen sollen ein Teil der Rezepte zu mehrgängigen Menüs zusammengestellt und einem breiten Publikum vorgestellt werden. Je nach Entwicklung und Interesse am Projekt könnten danach weitere Veranstaltungen folgen. Später sollen die Gerichte auch an alltäglichen Orten, an Schulen und in Schullandheimen nachgekocht werden.

"Es gibt zurzeit einen Bruch in der Weitergabe von Kochtraditionen", sagt Dobriban, "die mittlere und die junge Generation kennen oft die traditionelle Küche nicht mehr. Das soll sich ändern. Ich will den Kindern das Virus guten regionalen Essen einimpfen."

Mit ersten Ergebnissen rechnet der Düsseldorfer im Frühherbst. Die zweite Phase des Projekts könnte im Frühling 2014 folgen.

Alle Bürger sind eingeladen am Projekt teilzunehmen und ihre traditionellen Gerichte zu präsentieren. Kontakt zu Arpad Dobriban erhält man unter

Tel: (01 72) 2 01 07 60 oder via

E-Mail unter kochen@arpad-dobriban.de. Weiterer Informationen auch im Internet.

hauskocherei.de

Arpad Dobriban will die Hauskocherei retten. Fotos: Dobriban
Arpad Dobriban will die Hauskocherei retten. Fotos: Dobriban
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