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Stadtrat
Keine Chance gegen das Wetter

 Der Weihnachtsmarkt, der am vierten Adventswochenende stattfinden sollte, wurden abgesagt. Tannenbaum und Festbeleuchtung in der Fußgängerzone verströmten stattdessen Weihnachtsflair.
Der Weihnachtsmarkt, der am vierten Adventswochenende stattfinden sollte, wurden abgesagt. Tannenbaum und Festbeleuchtung in der Fußgängerzone verströmten stattdessen Weihnachtsflair. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Im zuständigen Ausschuss gab der Wirtschaftsförderer Auskunft über die Gründe für die Absage des Weihnachtsmarktes in St. Ingbert. Angesichts des Sicherheitsrisikos habe man keine andere Wahl gehabt. Von Cornelia Jung

Auch knapp zwei Monate nach Absage des Weihnachtsmarktes in St. Ingbert beschäftigt einige St. Ingberter noch immer die Frage, ob aufgrund des schlechten Wetters alle drei Veranstaltungstage hätten abgesagt werden müssen. Auch die Fraktion von „Wir für St. Ingbert“ im Stadtrat wollte von den dafür Verantwortlichen Antworten, die es nun ausführlich im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Biosphäre gab.


Wirtschaftsförderer Thomas Debrand erklärte beispielsweise, warum den potentiellen Teinehmern die Absage nicht umgehend mitgeteilt wurde. So seien bereits am Freitagmorgen, dem ersten Tag des geplanten Marktes, schon sehr früh telefonisch die Absagen vor allem von Standbetreibern eingegangen, denen der Aufbau bei gemeldeten Windstärken bis 9 zu gefährlich erschien und denen die Stände und Auslagen „wegzufliegen“ drohten. Eigentlich sollte allen Teilnehmern persönlich mitgeteilt werden, dass der Markt abgesagt werde. Doch da es auch viele persönliche und weitere telefonische Anfragen in der Einsatzzentrale gegeben habe, habe man dies mit einem Personalschlüssel von 1,25 Personen nicht sofort leisten können. Erst später habe man die restlichen Teilnehmer persönlich informieren können.

Die Diskussionen in den sozialen Netzwerken hatten sich vor allem daran entzündet, dass aufgrund der Sturmwarnung für den Freitag auch die beiden folgenden Tage ins Wasser fielen. Wie Debrand sagte, hätten die Wettermeldungen, die bis in den Samstagabend hinein von Starkregen und Sturmböen bis 80 Kilometer pro Stunde sprachen, gar keine andere Wahl gelassen. Auch nach Abstimmungen mit Polizei, Baubetriebshof und dem Bereitsteller von Technik und Strom habe es zu diesem Zeitpunkt keine andere Option gegeben. Am intensivsten sei über den Sonntag beraten worden, da die Wetterprognose für diesen Tag gut gewesen sei. Hier hätten sich vor allem organisatorische Fragen gestellt, denn viele Standbetreiber hätten aufgrund der Absage signalisiert, dass sich der Aufbau für einen Tag für sie nicht lohne. Ohne diese Stände hätte der Markt aber große Lücken aufgewiesen. Wären diese geschlossen worden, hätte man die verbliebenen Stände neu ordnen müssen und damit auch das Sicherheitskonzept außer Kraft gesetzt, da beispielsweise die Brandgefahr neu hätte beurteilt werden müssen. In der Kürze der Zeit sei das nicht leistbar und unverhältnismäßig gewesen. Außerdem hatten die Stadtwerke angekündigt, dass sie aus Sicherheitsgründen Hydranten abbauen müssten, wenn nebenan kein Stand aufgebaut werde, das sie sonst ein Hindernis dargestellt hätten.



Unverständlich war einigen Standbetreibern auch, warum ihnen am Freitag gesagt wurde, die Lage werde am Samstagvormittag neu geprüft, wenn doch der städtische Newsletter eine Stunde zuvor noch von der kompletten Absage aller drei Tage sprach. Anfänglich habe man noch nach einer Lösung für den Sonntag gesucht, so Debrand, habe aber relativ schnell feststellen müssen, dass es aufgrund der genannten organisatorischen Schwierigkeiten und aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit hierfür gegeben habe.

Das Argument, der Wochenmarkt habe am Samstag auch stattgefunden, entkräftete Debrand. Dieser Markt benötige kein Sicherheitskonzept und liege nicht in der Verantwortlichkeit des Stadtmarketing. Die Standgebühren habe man allen Teilnehmern anstandslos zurückgezahlt. „Auch wenn jemand eine Rechnung an uns wegen des Verdienstausfalls, wie beispielsweise die Musiker, gestellt hat, haben wir das ohne Diskussion bezahlt“, so Debrand. Und weiter: „Auch Profis haben uns gesagt, dass die Absage gut war. Die Pavillons wären uns weggeflogen. Und den Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen, hätte zur Katastrophe werden können. Deshalb würden wir immer wieder so entscheiden.“ Man habe viele Gedankenspiele gemacht und nach einem Plan B gesucht, der aus personellen wie finanziellen Gründen aber nicht umsetzbar war. Seines Wissens sei auch kein Verein durch die Absage in finanzielle Schieflage geraten. Am Ende der Ausführungen waren alle Fragen der Ausschussmitglieder beantwortet, denn auch für sie stand die Minimierung des Gefahrenrisikos und damit die Sicherheit im Vordergrund.