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Illegale Grafftit
Schmoll: Mehr Flächen für legales Sprayen nötig

Eines der jüngsten Beispiele für eine illegale Farbschmiererei in St. Ingbert.
Eines der jüngsten Beispiele für eine illegale Farbschmiererei in St. Ingbert. FOTO: Dominik Schmoll
St. Ingbert. „Wir für St. Ingbert“ fordert im Stadtrat eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Zunahme von Graffiti. red

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Nachrichten über Graffiti-Straftaten in St. Ingbert gemeldet werden. Privateigentümer seien genauso Opfer, wie städtische Gebäude- und Mauerflächen, betont die Bürgerfraktion „Wir für St. Ingbert“. Letztlich werde neben dem eigentlichen Schaden auch das Stadtbild negativ beeinträchtigt. Dort wo die Schmierereien überstrichen würden, beginne häufig ein dauerhaftes „Katz-und-Maus-Spiel“. Die Bürgerfraktion will das Thema Graffiti nun im für Stadtentwicklung zuständigen Ratsausschuss behandeln und fordert dabei einen konstruktiven Umgang.


Fraktionsvorsitzender Dominik Schmoll: „Während es Aufgabe der Polizei ist die Straftaten aufzuklären und Täter dingfest zu machen, muss es Aufgabe der Stadt sein, präventiv gegen solchen Wandalismus vorzugehen.“ Dabei müssten es nicht gleich aufwendige und teure abwischbare Glaswände sein, wie sie in der Gleisunterführung im St. Ingberter Bahnhof genutzt werden. Bereits die Einzäunung der zuvor häufig verschandelten Bahnunterführung in der Pfarrgasse oder auch Begrünungsmaßnahmen würde für viele öffentliche Flächen einen Schutz vor Wandalismus bedeuten. Wie die Mittelstadt St. Ingbert in diesem Bereich weiterkommen könnte, will die Fraktion im Ausschuss beraten. Ebenfalls wolle man von der Stadtverwaltung Lösungsvorschläge hören, wie Wandflächen in Eigentum der Deutschen Bahn von Graffiti befreit werden können, wovon der im Sommer sanierte Bahnübergang in der Oststraße das derzeit prominenteste Beispiel ist.

„Wir für St. Ingbert“ will aber gleichzeitig deutlich machen, dass Graffiti nicht nur als Straftat und Schmierereien verstanden werden dürften, sondern auch als Hobby und künstlerische Ausdrucksform. Schmoll: „Damit in St. Ingbert Graffiti nicht automatisch zur Straftat wird, sondern legal betrieben werden kann, brauchen wir mehr öffentliche Wandflächen, wo das Sprayen erlaubt ist.“ Die Stadt Saarbrücken habe bereits seit einigen Jahren am Saarufer unterhalb der Stadtautobahn gegenüber dem Staden liegend Wandflächen zur legalen Nutzung von Graffiti zur Verfügung gestellt und aktuell zwischen Ost- und Westspange Flächen auf weiteren 250 Metern Länge. „Wir für St. Ingbert" sieht hierfür in der Mittelstadt die Wandflächen im Straßentunnel der Wollbachstraße als Option, fordert die Stadtverwaltung aber auch auf, nach weiteren Möglichkeiten Ausschau zu halten.